Peace

Praxisstellen Fachschule für Sozialpädagogik im Ausland

Rumänien

 
Sibiu

Sibiu, deutsch Hermannstadt, seit 2005 Partnerstadt der Universitätsstadt Marburg, ist das Oberzentrum der historischen Landschaft Siebenbürgen, dem wichtigsten Siedlungsgebiet der deutschsprachigen Siebenbürger Sachsen, das heute in der Mitte Rumäniens liegt. Gemeinsam mit der Stadt Luxemburg war Sibiu 2007 europäische Kulturhauptstadt. Sibiu/Hermannstadt hat knapp 150.000 Einwohner; Ungarn und Deutsche sind Minderheiten. Noch im 19. Jahrhundert bildeten die Deutschen die große Mehrheit der Einwohner; erst nach 1989 sank ihre Zahl aufgrund großer Abwanderung nach Österreich und Deutschland rapide. Nichtsdestotrotz gibt es viele deutschsprachige Bildungseinrichtungen in der Stadt: Kindergärten, Oberschulen, Gymnasien und deutschsprachige Studiengänge an der Universität. Die Ausbildungsstätte für deutschsprachige ErzieherInnen und LehrerInnen ist das Pädagogische Lyzeum. Ein ausführlicher Artikel über diese Fachschule ist 2015 in der ADZ (Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien) erschienen.

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Schule Nr. 2: Staatliche rumänische Schule mit deutschem Zweig in Sibiu

Der Kontakt zur Schule kam über Corina Popa (ehemals Koko-Kindergarten) und Paul Darasteanu (Lehrkraft) zustande; außerdem waren Praktikant*innen der KKS für Hospitationstage an der Grundschule. Die internationale Koordinatorin hat in 2019 während einer Staff-Mobilität Gespräche zur qualitativen und formalen Absicherung der Praktika geführt. Schulleiterin ist Frau Simona Greavu.

Die staatliche Schule beschult ca. 498 Schüler*innen in insg. 19 Klassen, davon 3 Vorschulklassen (seit 2013 eingeführt), 12 Grundschulklassen und 4 Gymnasialklassen. Im Vor- und Grundschulbereich wird von 8.00 bis 13.00 unterrichtet; es finden aber auch Nachmittagsveranstaltungen statt und einige der Schüler*innen gehen in private Nachmittagsbetreuungen. Alle Klassen werden von qualifizierten Lehrkräften betreut. Es wird nach dem staatlichen Curriculum unterrichtet.

Die Schule wurde 1876 als eine ungarische Schule gegründet, später umgebaut und für die deutsche Minderheit umgewidmet. Der deutsche Zweig ist mit 10 Grundschulklassen und zwei Vorschulklassen stark repräsentiert, da viele rumänische Eltern ihre Kinder dafür anmelden. Im Primarbereich wird nach dem Motto „Leben und Lernen – mit Herz, Kopf und Verstand“ unterrichtet. Neben dem Erwerb der deutschen Sprache (DAZ) sind u.a. folgende Ziele festegelegt: Potenzialentfaltung, angstfreies Lernen, Fehlertoleranz, lebenstüchtig werden und selbstständiges Lernen im Team. Dazu gibt es Unterrichtsangebote in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen, Malen, Singen, Tanzen, Theater, Naturkunde und Sport.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen: In den letzten Jahren hat es einen Wechsel von deutschen muttersprachlichen Kindern (aus der deutschen Minderheit) hin zu Deutsch als Zweitsprache gegeben, da zunehmend Kinder von rumänischen Eltern in der deutschen Abteilung angemeldet werden und die Lehrkräfte müssen entsprechende didaktische und methodische Anpassungen vornehmen. Dabei kämpfen die Lehrkräfte neben der Sprachvermittlung auch hier mit weiteren Herausforderungen hinsichtlich der Kinder z.B. Konzentrationsprobleme aufgrund von neuen Medien, Aufwachsen der Kinder in wenig kindgerechten Lebenswelten wo Bewegung, Feinmotorik und Aufmerksamkeit nicht ausreichend geschult werden und somit besonderer Förderbedarf besteht.

Die räumliche Situation der Schule ist beengt, so gibt es nur einen Innenhof als Pausenhof und es wird auf öffentliche Plätze und Parkanlagen z.B. für Tanz ausgewichen. Das Lehrerzimmer ist klein und die Schulleiterin sitz mit ihrer Stellvertreterin in einem Raum, der zugleich als Gesprächsraum fungiert. Auch sind die Klassen mit 25-30 Schüler*innen voll.

Einige weitere Informationen auf rumänisch befinden sich auf der Homepage der Schule.

Schulinspektionen finden regelmäßig statt, ebenso methodische Teamsitzungen der Lehrkräfte und Fortbildungen. Auch wird Elternarbeit regelmäßig durch Sprechstunden und zwei Elternsitzungen pro Halbjahr praktiziert.

Für die Betreuung unserer Praktikant*innen stehen Frau Elke Dengel und Frau Cosmina Hurbean als Deutsch- und Klassenlehrerinnen zur Verfügung. Die Schule hat in der Vergangenheit Fachschul- und Lehramtsstudierende aus Paderborn und Ludwigsburg betreut und Frau Dengel war Leiterin eines Comenius-Projektes in 2012.

Unsere Praktikant*innen werden in der Vorschulklasse und in den Grundschulklassen eingesetzt und helfen hier methodisch und didaktisch aus, betreuen Kinder individuell und in Kleingruppen in den verschiedenen Unterrichtsphasen und fördern zugleich als deutsche Muttersprachler die Sprachkompetenz der Kinder. Auch können unsere Studierenden aktiv Unterrichtseinheiten übernehmen, sollen diese planen, gestalten, durchführen und reflektieren und können sich so in ihrer professionellen Rolle erproben und weiterbilden. Insbesondere in den Bereichen Kunst, Musik, Bewegung, Tanz und Theater gibt es zahlreiche pädagogische Aktivitäten, die mit den Kindern unter dem Motto Lernen mit Herz, Kopf und Verstand durchgeführt werden können.

 

Der private Kindergarten Grădiniţa Pinocchio in der Strada Negoiu 39 in Sibiu ist werktags von 7.00 bis 17.00 Uhr geöffnet; der Besuch kostet zwischen 330 und 430 RON (rumänische Leu; das sind etwa 75 bis 100 Euro, wobei das rumänische Durchschnittseinkommen etwa 600 Euro beträgt; Stand 2019). Frau Silvana Pop ist die Einrichtungsleiterin. Der Kindergarten liegt zentral in einem Wohnviertel in der Nähe des Innenstadtkerns von Sibiu.

 

Im Kindergarten Pinocchio gibt es insg. 5 altershomogene Gruppen und eine altersgemischte Gruppe (Stand 2019). Es wird derzeit in zwei Gebäuden gearbeitet (Strada Negoiu 39 mit 4 Gruppen und Strada Moldoveanu 14 mit 2 Gruppen), aber für die Zukunft wird ein Haus gesucht, in dem alle Gruppen zusammen sein können. Die Kinder sind im Alter von 2-6 Jahren. Pro Gruppe werden 15-20 Kinder von einer Erzieher*in betreut. Der Personalschlüssel ist damit knapp und unsere Praktikant*innen sind nicht nur hinsichtlich der deutsche Sprachvermittlung sondern auch als Unterstützung in allen pädagogischen Alltagsaufgaben herzlich willkommen. Die ausgebildeten Erzieher*innen haben, wie in Rumänien üblich, eine dreijährige Ausbildung an der Fachoberschule oder der Universität absolviert. Die Erzierher*innen werden durch drei Hauswirtschafts- und zwei Verwaltungskräfte unterstützt.

Die Kita arbeitet in Anlehnung an das rumänische Curriculum für die frühkindliche Bildung im Kindergarten und versucht den Kindern, Deutsch als Zeitsprache zu vermitteln, um weiterführend in einer deutschen Grundschule aufgenommen zu werden. Der strukturierte Tagesablauf mit Verpflegungsangebot enthält Lerneinheiten zu Wochenthemen von ca. 20 Minuten in Abwechslung mit Spielphasen (drinnen und draußen). Es wird nach keinem bestimmten pädagogischen Konzept gearbeitet sondern die Erzieher*innen lassen Aspekte aus verschiedenen pädagogische Ansätzen im Alltag mit einfließen z.B. Waldorf, Situationsansatz, Montessori u.a. Den Kindern werden Spielaktivitäten angeboten sowie der Erwerb von sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten, Wissen über Umwelt und Gesellschaft; es gibt eine musikalische und künstlerische Früherziehung sowie Bewegungsprojekte (Sport- und Waldtag). Weitere Aktivitäten sind die Gestaltung von Festen, z.B. Ernte Dank oder Martinstag, Karneval, der Besuch von Museen, Puppentheater und Ausflügen. Festivitäten werden von den Eltern zum Teil aktiv mit gestaltet. Auf einer Facebook-Seite sind einige weitere Informationen verfügbar.

 

Der Waldkindergarten Sibiu

Unser Kindergarten wurde in 2019 gegründet und liegt ca. 23 km auβerhalb von Hermannstadt in Sibiel (dt. Budenbach oder Biddenbach), Teil von Siebenbürgen. Das Dorf liegt in wunderschöner Natur am gleichnamigen Fluss Sibiel in einem Kessel am Fuße des Gebirges. Sibiel ist Teil der "touristischen Dörfer" und bietet Tradition, Kunst, Kultur mit einigen Sehenswürdigkeiten und Entspannung in der Natur zu allen Jahreszeiten. Der Kindergarten finanziert sich eigenständig und arbeitet in Anlehnung an das staatliche Curriculum (angepasst an den Waldkindergarten).

Im Kindergarten gibt es 5 Gruppen. In 2 Gruppen sind die Kinder zwischen 1,5 und 2 Jahren alt, eine Gruppe beaufsichtigt Kinder zwischen 3 und 4 Jahren und in 2 Gruppen werden Kinder zwischen 4 und 5 Jahren betreut. In jeder Gruppe sind 13 Kinder. Fast alle Kinder sprechen rumänisch, wenngleich auch einige Kinder Zuhause deutsch oder englisch sprechen.

 

Alle Kinder und Erzieher fahren um 8.00 von einem Parkplatz in Hermannstadt mit dem Kindergartenbus zum Kindergarten in Sibiel.

So wie der Name des Kindergartens auch sagt, ist es ein Waldkindergarten. Die Kinder verbringen sehr viel Zeit an der frischen Luft, egal ob es regnet, schneit oder matschig ist. Der Kindergartenhof ist sehr groß. Dort spielen die Kinder gerne im Sand oder werken, malen, kneten, rennen oder klettern. Es gibt auch ein Gewächshaus wo die Kinder fleißig arbeiten.

Drei Mal in der Woche fahren wir in den Wald wo wir sehr gerne Zeit verbringen, neues lernen über Tiere und Pflanzen, wandern oder baden.

Unser Programm beginnt um 8 Uhr an. Wir treffen uns auf einem Parkplatz in Sibiu und fahren zusammen nach Sibiel. Manchmal essen die Kinder das Frühstück im Kindergarten, manchmal wird im Wald gegessen. Egal wo wir sind, machen wir gemeinsam den Morgenkreis, wir tanzen und singen und erst dann fangen wir unsere Tätigkeiten an.

Am Mittag treffen wir uns alle zum Mittagessen im Kindergarten. Die Kinder ruhen sich 1,5 Stunden aus, toben anschließend noch ein wenig durch den Garten und dann werden sie nach Hause gebracht.

 

Unser Team ist sehr jung. Die meisten Lehrkräfte sind zwischen 21 und 30 Jahre alt. Jede Gruppe hat in der Regel eine weibliche Erzieherin und einen männlichen Erzieher wovon meist eine Person deutsch spricht. Wir haben eine feste Beziehung zu den Kindern, aber auch zu den Eltern und feiern zusammen im Laufe des Jahres unterschiedliche Feste.

Weitere Informationen gibt es hier.

Text: Leiterin des Waldkindergartens Sibiu, Frau Corina Popa

 

Timișoara

Timișoara, deutsch Temeswar bzw. Temeschburg ist das historische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Banats, einer historischen Region in Mitteleuropa, die einst Siedlungsgebiet u.a. der Donauschwaben war. Heute liegt Timișoara im westlichen Rumänien und ist nach der Hauptstadt Bukarest und nur knapp hinter Cluj-Napoca die drittgrößte Stadt des Landes (ca. 320.000 Einwohner). Wegen der langen Zugehörigkeit der Stadt zu Österreich-Ungarn und der damit verbundenen Prägung der Innenstadt durch Bauten der Kaiserzeit wird sie bisweilen auch als „Klein-Wien“ bezeichnet. Timișoara kandidiert für die Kulturhauptstadt Europas 2021.

 

Der Nikolaus Lenau Kindergarten (Grădiniţa Nikolaus Lenau) liegt an der Strada General Eremia Grigorescu im historischen Zentrum von Timișoara. Er bietet Betreuung für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren in deutscher Sprache. Die Erziehungsziele beziehen sich auf die Grundrechte und Grundbedürfnisse der Kinder. Gefördert werden Selbstständigkeit und Sozialverhalten, Persönlichkeit bzw. Individualität, Gemeinschaftsfähigkeit, Eigenverantwortung und Verantwortungsbewusstsein. Einen wichtigen Stellenwert hat dabei das Freispiel: Das Kind kann sich frei entscheiden bzgl. seines Spielpartners, des Spielmaterials und der Spielart. Darüber hinaus gibt abwechslungsreiche Angebote, mit denen die Ziele des Kindergartens verwirklicht werden sollen.

 

Außerhalb der eigentlichen Kindergartenzeit (montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr) finden noch weitere Aktivitäten statt: z.B. Erntedankfest, St.-Martins-Feier, Nikolaus-Feier, Weihnachtsmarkt, Fasching, Osternest, Maibaum, Sommerfest und Projektwoche. Vom Kindergarten organisierte Eltern-Kind-Aktionstage zu verschiedenen Themenbereichen mit Kinderbetreuung ergänzen dieses Angebot.

An erster Stelle des Aufgabenbereichs steht die Vermittlung der deutschen Sprache bis hin zu einem Aufnahmetest für eine deutschsprachige Grundschule. Ein weiterer Schwerpunkt der Einrichtung ist die Zusammenarbeit mit den Eltern. Eltern-Kind-Treffen im Kindergarten in regelmäßigen Abständen dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Informationsaustausch. Nach Bedarf finden im Kindergarten Elternabende zu verschiedenen Themen mit speziellen ReferentInnen statt. Für Eltern besteht die Möglichkeit zu Einzelgesprächen mit allen an der Erziehung und Entwicklung des Kindes beteiligten Personen. Darüber hinaus unterstützt der Kindergarten die Eltern in allen wichtigen Entscheidungen. So trägt z.B. der regelmäßige Informationsaustausch über Mitteilungshefte und Rundschreiben dazu bei, dass Eltern und Kindergarten über das aktuelle Tagesgeschehen informiert sind. Diese Informationen beziehen sich sowohl auf das einzelne Kind als auch auf die Abläufe im Kindergarten und zu Hause.

 

Als staatlicher Kindergarten ist der Besuch kostenfrei; das tägliche Mittagessen ist kostenpflichtig. Ein interessanter Artikel findet sich in der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ (ADZ).

Namensgeber des Kindergartens ist der österreichische Schriftsteller Nikolaus Lenau (1802-1850), der im 50 km entfernten Csatád, dem heutigen Lenauheim, geboren wurde. Nach ihm wurde auch das deutschsprachige Gymnasium in Timișoara (Nikolaus-Lenau-Lyzeum) benannt.

Franz Lukas Kindergarten: Frau Bundau ist außerdem die Leiterin des staatlichen, deutschsprachigen Franz Lukas Kindergartens; dieser befindet sich in einem Wohnviertel in der Nähe des Stadtkerns von Timisoara und ist in ca. 15 Minuten zu Fuß von der Innenstadt zu erreichen. Die Kindergartenleiterin heißt Frau Eva Baranyai.

In diesem Haus befinden sich 4 Gruppen mit derzeit insg. 115 Kindern ab 2 Jahren. Alle Gruppen werden von deutschsprachigen Erzieher*innen, manche davon Muttersprachler, geleitet. Eine Krankenschwester und Hauspersonal unterstützen die erzieherische Arbeit. Die Einrichtung hat von 8.00 bis 18.00 Uhr auf und es wird in einer Vormittags- und Nachmittagsschicht gearbeitet. Es wird nach ähnlichen Ansätzen und Grundlagen wie im Nikolaus Lenau Kindergarten gearbeitet, u.a. werden die Kinder auf den Deutschtest zur Einschulung in eine deutsche Grundschule vorbereitet.

Durch die räumliche Enge wird viel Wert auf Disziplin und Ordnung gelegt; der sehr kleine Pausenhof wird abwechselnd von den Gruppen belegt und die anliegenden Parkanlagen werden zur Bewegung der Kinder genutzt. Kleine Unterrichtsphasen von 10-20 Minuten, je nach Alter, wechseln sich mit Freispielzeiten ab. Ein kleiner Bewegungsraum befindet sich im Untergeschoss; dieser wird auch für Theatervorstellungen oder Feste genutzt. Im Herbst werden Ernte Dank und St. Martinstag gefeiert.

Ein Catering-Service liefert das Mittagessen; die Frühstücksbrote bringen die Kinder von Zuhause mit. Elternabende finden regelmäßig und Elterngespräche nach Bedarf statt. Aufgrund der Kürze des Besuches stehen noch keine vertierteren Informationen zur Einrichtung zur Verfügung; wir hoffen aber in 2020 erstmals Praktikant*innen in die Einrichtung senden zu können.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Spanien

 

Alicante

Alicante, Alacant, ist eine spanische Hafenstadt an der Costa Blanca mit ca. 330.000 Einwohnern. Alicante ist nach Valencia die wichtigste Stadt der autonomen valencianischen Gemeinschaft. Es ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz; ihre Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Tourismus, Wein-, Obst- und Olivenanbau.

Die Europäische Schule Alicante liegt im Stadteil Playa de San Juan und ist eine von 12 Europäischen Schulen, die in erster Linie für Kinder der Angestellten der Institutionen der Europäischen Union eingerichtet wurden. Sie stehen unter der gemeinsamen Kontrolle der Regierungen der fünfzehn Mitgliedstaaten der EU und haben den Status einer öffentlich-rechtlichen Anstalt.
Die Zielsetzung der Europäischen Schulen liegt in der Erteilung eines mehrsprachigen, multikulturellen und multikonfessionellen Unterrichts für alle Kinder des Kindergartens und des Primar- und Sekundarbereichs. Die Europäische Schule in Alicante führt vom Kindergarten bis zum Abitur, das als Qualifikation zum Hochschulstudium in allen Mitgliedsstaaten der EU anerkannt ist. Die Schule wird von ca. 1000 Schülern besucht, ca. 120 Kinder besuchen die Kita und es gibt ca. 200 Lehrkräfte und sonstige Angestellte. Träger der Einrichtung ist die Schule selbst. Die Anschrift ist Avda. Locutor Vicente Hipólito s/n, E-03540 Alicante in Spanien und die Schule wurde 2002 von den Angestellten der Europäischen Agentur OHIM (Office for Harmonization in the Internal Market (Trade Marks and Designs)), jetzt EUIPO (European Union Intellectual Property Office) (Patentamt) gegründet, das seit 1996 in Alicante angesiedelt ist. Die Zielgruppe der Europäischen Schule sind also die Kinder der Beamten. Wenn dann noch Plätze frei sind, können weitere Bürger von Alicante ihre Kinder dort anmelden. Es gibt eine Unterteilung in 3 Kategorien:

  • Kategorie I: Schüler deren Eltern in einem Europäischen Institut arbeiten (kein Schulgeld).
  • Kategorie II & NATO: Schüler deren Eltern in einer Institution arbeiten, die ein Abkommen mit der EU haben und das Schulgeld bezahlen, was die Ausbildung kostet.
  • Kategorie III: alle anderen zahlen ab ca. 3.000,- bis 7.000 € pro Jahr.

Es gibt in allen Bereichen vier Sprachabteilungen, d.h. die Hauptfächer werden entweder auf Spanisch, Französisch, Englisch oder Deutsch unterrichtet. In Alicante ist der Anteil der spanischsprachigen Schülerinnen und Schüler relativ hoch. Auch im vorschulischen Bereich gibt es diese vier Sektionen bzw. Gruppen mit unterschiedlichem sprachlichen Schwerpunkt. Im Kindergarten gibt es derzeit (Stand 2019) 2 Klassen in der englischen, 2 Klassen in der spanischen, 1 Klasse in der französischen und 1 Klasse in der deutschen Sektion. Die Kinder sind zwischen 3 und 5 Jahre alt und es gibt noch 2 Krippengruppen (chispa) für 2 bis 3 Jährige, aber nur in spanischer Sprache. Der Kindergarten versteht sich eher wie eine Vorschule und der Alltag ist sehr durchstrukturiert. Es gibt für jede Woche einen Stundenplan und das Jahresthema war in 2019 Wasser. Es gibt vier Bereiche im Curriculum:

  • Ich und mein Körper: Körper kennen lernen, nutzen und kontrollieren, räumliches Denken, Motorik und sensorische Fähigkeiten entwickeln, zunehmende Verantwortungsübernahme für Gesundheit, Körperpflege und Sicherheit.
  • Ich als Person: Entwicklung von Identitätsbewusstsein, lernen Verhalten zu reflektieren und kontrollieren, Gefühle erkennen und auszudrücken, erkennen moralischer Grundsätze und Entwicklung von eigenen moralischen Werten.
  • Ich und die Anderen: lernen respektvoll und verantwortungsbewusst zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten, eigene Identität aufbauen und schätzen, sowie die der anderen.
  • Ich in der Welt: Entwicklung sprachlicher Kompetenzen, Fähigkeiten, logischen Denkens und lernen Arbeit zu organisieren, sowie die Welt erkennen und verstehen.

Der Stundenplan ist an diese 4 Bereiche angepasst und jeder Bereich hat drei Dimensionen: Lernen zu sein, Lernen mit anderen zu leben, Lernen zu handeln und zu wissen.
Es gibt keine Schuluniform, nur einheitliche Sportkleidung. Die Schüler können den Abschluss von ihrem jeweiligen Land machen. Im Kindergarten gibt es in jeder Gruppe eine „Lehrer*in“ und eine Assinstent*in und das Besondere ist, dass die Lehrer*innen 2 Gehälter bekommen (von EU und Patentamt) und die Assistent*innen werden von dem Patentamt bezahlt, da in den Europäischen Schulen eigentlich keine Assistent*innen vorgesehen sind.
Die Studierenden der Käthe- Kollwitz-Schule können ihren Sprachkenntnissen entsprechend eine Kindergartengruppe auswählen und lernen zugleich nicht nur eine Einrichtung mit kultureller Vielfalt sondern auch Konzepte des Zweit- und Fremdsprachenerwerbs im frühen Kindesalter kennen. In der deutschsprachigen Gruppen wird der Reggio-Ansatz praktiziert und die Praktikant*innen erhalten damit Einblicke in international relevante pädagogischen Konzepte. Hier die Homepage.

 

Valencia

Valencia ist eine Großstadt im östlichen Teil Spaniens. Die Hauptstadt der Provinz Valencia liegt rund 320 km südöstlich der Landeshauptstadt Madrid an der Mündung des Turia ins Mittelmeer und ist mit ca. 780.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Im Großraum Valencia leben rund 1,8 Millionen Menschen.

Die deutsche Schule, Colegio Alemán, in Valencia (DSV) existiert seit dem Jahr 1909. Die Deutsche Schule ist eine bikulturelle, multilinguale Begegnungsschule (Privatschule) mit überwiegend spanischen Kindern (95%), die Deutsch lernen. Die Kinder stammen meist aus einer sozial starken Schicht. Die Schule befindet sich sehr zentrumsnah in Valencia. Die Anschrift der Schule lautet, Jaime Roig 14-16, 46010 Valencia. Die Schule wird von ca. 810 geschlechtergemischten Schülerinnen und Schülern, davon ca. 120 Kindergartenkindern, besucht. Die Zahl der Lehrkräfte liegt ungefähr bei 66.

Die Schule teilt sich in folgende Bereiche auf: Kindergarten, Vorschule, Grundschule und Gymnasium. Der Träger der Schule ist „Asociacion cultural del Colegio Aleman de Valencia“ (deutscher Schulverein) und die Schule gehört zum Verbund deutscher Auslandsschulen. Das Betreuungsangebot ist ganztägig. Der Kindergarten der deutschen Schule besteht zurzeit (Stand 2019) aus 5 altersgemischten Gruppen mit je 20-22 Kindern. Das pädagogische Team des Kindergartens besteht aus 14 Pädagogen/-innen, Berufspraktikanten/-innen und Praktikanten/-innen im Freiwilligendienst aus Deutschland.

Das Leitbild der deutschen Schule in Valencia zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Interkulturelle Begegnung
  • hohe Unterrichtsqualität
  • soziales Lernen
  • vertrauensvolle Kooperation
  • ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung
  • sichere Lernumgebung
  • kontinuierliche Weiterentwicklung.

Neben dem sozialen und kognitiven Lernen, ist es im Kindergarten ein wichtiger Bestandteil, den Kindern die deutschen Sprachkenntnisse zu vermitteln und sie an die spanische und deutsche Kultur heranzuführen. Es wird viel Wert auf freies Sprechen und aktives Anwenden der deutschen Sprache gelegt. Dies wird durch altersadäquate Lernmethoden gefördert (z.B. durch Lieder, Spiele, Geschichten). Die Umgangssprache im Kindergartenalltag ist deutsch, denn es dient als Kommunikationsmittel und soll von den Kindern vollkommen erlebt werden („Sprachbad“-System / Immersion). Täglich erhalten die Kinder intern in ihrer Gruppe eine Mini-Deutsch-Einheit, in der sie unter anderem den Wortschatztaufbau, Artikelübungen, Ausspracheübungen und Silbenklatschen lernen. Diese Einheit wird von den Erziehern/-innen spielerisch, anschaulich und kreativ gestaltet. Mit handlungsorientierten, spielerisch-kreativen Methoden wird das frühe Fremdsprachenlernen damit im Gruppenalltag eingeübt.

Der Kindergarten steht in engem Kontakt zur Grundschule, die auch Plätze für Praktikant*innen bietet. Bestimmte kognitive Fähigkeiten, aber auch Konzentration, Geduld und Geschicklichkeit werden durch besondere Angebote gefördert, um so den Übergang zur Grundschule möglichst sanft zu gestalten. Der Kindergarten ist ein Beispiel guter Praxis hinsichtlich der Umsetzung der DAF-Methodik (Deutsch als Fremdsprache) und bietet den Studierenden zugleich einen Einblick in die mögliche Gestaltung von Übergängen vom Kindergarten in die Grundschule.

Die Grundschule der DSV ist eine offene Ganztagsschule mit einem freiwilligen Nachmittagsangebot. Sie umfasst 4 Schuljahre und übernimmt in der Regel die Kinder,
die aus dem Kindergarten der DSV kommen. An der DSV werden zurzeit in 2 Klassen pro Jahrgang rund 180 Schüler/innen unterrichtet. In den vier Grundschuljahren wird jedes Kind unter Berücksichtigung seiner persönlichen Voraussetzungen und seiner Persönlichkeit gefordert und gefördert, um es so bestmöglich auf den Übergang in die Sekundarstufe vorzubereiten. Die schuleigenen Lehrpläne orientieren sich an den innerdeutschen und den spanischen Bildungsplänen und berücksichtigen dabei die Besonderheiten einer Deutschen Auslandsschule. Neben Spanisch, Englisch und Deutsch werden Sachkunde, Sport, Kunst, Religion, Musik und Mathematik unterrichtet. Über den reinen Wissenserwerb hinaus vermitteln die Lehrkräfte, als Grundlage für lebenslanges Lernen, auch die dafür notwendigen Lerntechniken. Dabei wechseln sich unterschiedliche Lernformen (Frei- und Gruppenarbeit, Stationenlernen, lehrerzentrierter Unterricht und Projektarbeit) ab und vermitteln so kognitive, soziale und methodische Kompetenzen. Die Vermittlung von Werten des sozialen Zusammenlebens, die sich in der Wohlfühlordnung wiederfinden, liegt uns dabei besonders am Herzen. Durch ein umfangreiches Angebot an Arbeitsgemeinschaften und zahlreiche außerunterrichtliche Aktivitäten öffnen die Lehrkräfte den Unterricht und entwickeln so ein praxisnahes „Weltwissen“ der Kinder. Hier die Homepage.

Unsere Praktikant*innen werden im Primarunterricht eingesetzt, können selbst in allen Lernformen (Einzel- und Gruppenarbeiten) und Arbeitsphasen (Arbeitsgemeinschaften, Nachmittagsaktivitäten, Projekte) aktiv sein und so auch ggf. Erfahrungen im Unterrichten sammeln. Gleichzeitig können sie hautnah DAZ / DAF-Konzepte in der Praxis der deutschen Auslandsschule in Valencia erleben.

Finnland

 

Tampere

Tampere ist eine Großstadt im südwestlichen Finnland. Sie ist die drittgrößte Stadt des Landes und wird wegen ihrer vielseitigen Industrie häufig auch "Manchester des Nordens" genannt. Heute sind die alten Industriegebäude weitgehend zu Kultur- und Dienstleistungszentren umgebaut. Tampere ist die größte Binnenstadt der nordischen Länder und hat ca. 215.000 Einwohner.

Bei der English Daycare „Sunshine Early Learning Centre Oy“ handelt es sich um eine Kindertagesstätte in Tampere, Finnland. Diese private Einrichtung, die seit 2014 von Frau Jenni Lenihan wird, arbeitet seit 1999 erfolgreich. Die Vorschule hatte ihre Räumlichkeiten allerdings in der FISTA (International School of Tampere). Hier werden Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren bilingual – finnisch-englisch - betreut und unterrichtet. Es gibt insgesamt drei Vorschulklassen mit 20 Kindern und jeweils zwei Lehrer und Lehrerinnen. Da das Sunshine Early Learning Centre Oy eine Privatschule ist, müssen alle Eltern einen Beitrag zwischen 150 € und 250 € bezahlen. Die Gebühr wird von dem Einkommen der Eltern bestimmt.

In der Vorschule arbeiten Lehrer*innen verschiedener Kulturen. Interkulturelle Diversität hat einen hohen Stellenwert und der Einrichtung ist es wichtig, dass die Kinder schon früh Verständnis und Respekt für andere Kulturen entwickeln. Das Konzept der Einrichtung ist eng angepasst an das finnische Curriculum für Early Childhood Education and Care (ECEC). Dies besagt unter anderem, dass der natürlichste Weg etwas zu lernen durch Spielen geschieht. Jede Klasse hat nochmal ein eigenes Curriculum (Konzept), welches jedes Jahr neu geschrieben und immer an die unterschiedlichen Klassen und deren Kinder individuell angepasst wird. Die Kinder lernen die englische Sprache durch Immersion. An allen Tagen wird ausschließlich Englisch gesprochen, ausgenommen an einem Tag, wenn die Finnisch-Lehrerin da ist. In Aktivitäten werden folgende Schwerpunkte berücksichtig: Lernen durch Spielen, Erleben und Schaffen von Musik, bildende Kunst und Kunsthandwerk, Theater und Literatur, die innere Neugier der Kinder fördern und neue Dinge erforschen zu können, Sportunterricht und Outdoor-Aktivitäten auf Spielplätzen oder Parks, sowie die Entwicklung der sozialen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten der Kinder. Erste Schulstrukturen und gesellschaftliche Verhaltensweisen werden beigebracht.

In der Vorschulklasse sind Kinder beider Geschlechter zwischen fünf und sechs Jahren, die spielerisch auf die erste Klasse vorbereitet werden sollen. Die Kinder haben verschiedene soziokulturelle Hintergründe. Der Migrationsanteil der Klasse liegt bei 45 %. Vertretende Nationalitäten sind China, Australien, England, Indien und Pakistan. Viele der Kinder haben jüngere Geschwister und die meisten Kinder sind ganztägig, also von 7:30 bis 17:00 Uhr in der Einrichtung.

Jede Klasse hat einen eigenen Klassenraum. Jede Klasse hat eine(n) Hauptlehrer(in) und jeweils Assistenten, die die Klassenleitung unterstützen. Der Klassenraum hat viele verschiedene Bereiche und ist durch zum Beispiel rollende Regale oder Sitzkissen flexibel umgestaltbar. So kann man schnell eine Rückzugsecke bauen oder spontan mitten im Raum ein Sitzkreis machen. Im Raum sind auch zwei rollende Gruppentische mit jeweils 5 Sitzen, die das Bearbeiten von Arbeitsblättern flexibel möglich machen. ,,Flexible Klassenräume'' sind seit 2014 im nationalen Curriculum verankert. Ein Whiteboard auf der einen Seite und eine ausfahrbare Leinwand auf der anderen Seite des Raumes, machen auch das Einbringen von medialen Lernmitteln möglich und vereinfachen die Veranschaulichung von bestimmten Themen. Auch gibt es eine Puppen- und eine Bauecke. Flexibilität hat im Schultag einen hohen Stellenwert. Die Kinder werden zum selbstorganisierten Lernen, alleine oder in Gruppen ermutigt und sie können selbstbestimmend individuell Aufgaben zu verschiedenen Bildungsbereichen (Schrift, Literatur, Mathematik, Kunst) von den Lehrern einfordern.

Nach Beendigung der Vorschulklasse können die Kinder in die englischsprachige Klasse der Tammela Koulu gehen oder auch auf eine andere finnische Grundschule bzw. Gemeinschaftsschule wechseln. Die Einrichtung eignet sich besonders für unser Projekt, da hier finnische Traditionen (z.B.Vatertag) im Arbeitsalltag gelebt werden und zugleich Englisch als Fremd-/ Zweitsprache implementiert wird. Hier die Homepage.

 

Die deutschsprachige Kindertagesstätte ist eine kommunale Einrichtung und besteht aus 7 Kindergruppen mit jeweils 15- 25 Kindern in Ganztagesbetreuung. In jeder Gruppe arbeiten 2 universitär ausgebildete Erzieherinnen sowie eine Erzieherin, die auf einer Fachschule ausgebildet wurde (dem deutschen Ausbildungssystem vergleichbar). Es gibt zwei Krippengruppen für Kinder ab 6 Monaten, eine sog. Allergiegruppe, eine deutschsprachige Gruppe und eine Vorschulgruppe, die jeweils nach einem bestimmten Curriculum arbeiten.Die fremdsprachige Kindergruppe entstand auf Initiative des Deutsch- Finnischen Vereins in Tampere. Gedacht war sie in erster Linie für Kinder aus Familien, die einen zweisprachigen Hintergrund haben. Heutzutage kommt der Großteil der Kinder aus finnischsprachigen Familien. Wir haben bereits 7 Jahre in Folge sehr gute Erfahrungen mit der kompetenten und intensiven Betreuung unserer Studierenden durch Anja Pursiainen, der dortigen Leiterin der fremdsprachigen Gruppe gemacht. Ein Besuch der dt. Projektkoordinatorin vor Ort zum Zwecke der Praxisbetreuung in 2008 hat eine Intensivierung des Austauschs und erneute inhaltliche und organisatorische Absprachen zur Projektdurchführung ermöglicht. Hier die Homepage.

 

Seit 2011 gibt es eine deutschsprachige Vorschul-Kindergruppe, welche seit 2013 direkt der Tammela Grundschule in Tampere angegliedert ist. Die Tammela Schule ist eine Grundschule, die Kinder von der Vorschule bis zur 6. Klasse unterrichtet. Die Schule wird von mehr als 600 Schülern und Schülerinnen besucht. Der Träger der Schule ist die Stadt Tampere. Die konzeptionellen Schwerpunkte der Schule liegen auf den Bereichen Kunst und Fremdsprachen. Der Schwerpunkt wird gewählt, sobald die Kinder die Schule besuchen. Ein weiterer großer Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit den Eltern. Die Eltern können entscheiden, welchen Schwerpunkt ihr Kind belegen soll. Es finden regelmäßig Elterngespräche statt, im Frühling und im Herbst, aber auch jederzeit bei Bedarf. Für die Elterngespräche in der Vorschule werden von den Lehrkräften Fragebögen online ausgefüllt. Die Eltern können auf die Fragebögen ihres Kindes mit einem Passwort zugreifen, um sich somit auf das Elterngespräch vorzubereiten und gegebenenfalls Fragen zu stellen. In den Fragebögen geht es unter anderem um die Gedanken der Kinder und der Eltern über das Jahr vor der Einschulung z.B. um die Alltagskompetenzen und Stärken. Außerdem geht es in den Fragebögen um soziale Fähigkeiten, Grob- und Feinmotorik, sprachlichen Fähigkeiten und Unterstützungen der frühkindlichen Bildung und Vorerziehung. Es wird sich in den kompletten Fragebögen immer nur auf die Stärken des Kindes bezogen. Die Konzeption der deutschsprachigen Vorschule bezieht sich sehr auf die Fremdsprache und das Sozialverhalten. Es wird großen Wert auf das Sozialverhalten gelegt, die Kinder sollen das Zuhören lernen und ihr Gegenüber ausreden lassen.

 

Die deutschsprachige Vorschule legt großen Wert darauf sich zu begrüßen, zu verabschieden, zu bedanken und auf andere zu achten. Die Kinder begrüßen jeden Morgen einen Erwachsenen per Handschlag, es wird darauf geachtet, dass sich dabei in die Augen geschaut wird und danach in der ganzen Gruppe begrüßt wird. In der Vorschule haben die Kinder eigene Gruppenregeln zusammengestellt, welche von allen Kindern unterschrieben wurden, was dazu führt, dass sich die Kinder sehr gut daran halten. Zu den Gruppenregeln gehören zum Beispiel: „Wir arbeiten und spielen miteinander“, „Wir halten uns an die Gesprächsregeln“ und „Wir sind freundlich und hilfsbereit zueinander“. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Kinder aktiv ins Gespräch miteinander kommen sollen. Durch das aktiv werden, können die Kinder ihre Unsicherheit in der Sprache ablegen. Einige Kinder sind sehr schüchtern und reden so gut wie kein Deutsch in der Vorschule. Deswegen haben die Lehrer*innen die Regel eingeführt, dass die Kinder, wenn sie mit etwas Neuem spielen möchten, immer erst zu einem Erwachsenen kommen und Bescheid sagen sollen. Ein weiterer Punkt ist, dass die Kinder sich, wenn sie mit dem Essen fertig sind, melden müssen und fragen, ob sie ihren Teller wegbringen oder sich noch etwas holen dürfen. Somit kommen die Kinder mehr in Kontakt mit der deutschen Sprache und können Sprachbarrieren ablegen. Es wird darauf geachtet, dass die Kinder in Kleingruppen arbeiten, aber auch selbstständig Aufgaben erledigen können. Die Vorschule achtet darauf, dass diese Lernziele von allen Schülern und Schülerinnen erfüllt werden, bevor sie die erste Klasse erreichen.

 

Es wird mit mit der sich anfügenden Grundschule kooperiert. Der deutschsprachige Vorschulunterricht richtet sich nach dem Vorschullehrplan der Stadt Tampere, in dem auch Ziele und Inhalte des fremdsprachigen Vorschulunterrichts festgelegt sind. Während des Vorschuljahrs erlernen die Sechsjährigen wichtige soziale Fähigkeiten. Bastel- und Kunstarbeiten sowie andere praktische Übungen dienen zur Entwicklung von Gewissenhaftigkeit, Koordination und Ästhetik. Der Unterrichtsplan umfasst auch vielfältige sprachliche und mathematische Übungen sowie ethische, religiöse und umweltkundliche Inhalte. Natürlich sind freies Spiel und verschiedene Ausflüge feste Bestandteile des Programms. Die Praktikant*innen der KKS werden als deutsche Muttersprachler*innen eingesetzt und erleben damit frühkindliche DAF-Ansätze in der sozialpädagogischen Praxis. Link: saksaalapsille vorschule

Lettland

 

Riga

Riga ist die Hauptstadt Lettlands und mit ca 700.000 Einwohnern größte Stadt des Baltikums. Riga ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes. Die alte Hansestadt ist berühmt für ihre Jugendstilbauten, ihre großzügige Anlage sowie für die gut erhaltene Innenstadt, darunter besonders die Altstadt. Auszubildende und Schüler*innen der KKS können Auslandspraktika in zwei Einrichtungen absolvieren, der International School of Riga (ISR) und – ab 2023 auch an der Deutschen Schule Riga.

Der Kontakt zur "International School of Riga“ (ISR) ist über einen Besuch einer Lehrkraft aus dem transkulturellen Team in Riga der Einrichtung zustande gekommen. Wir arbeiten seit 2009 mit der Schule zusammen. Neben den 6-Wochen-Praktika im 2. Ausbildungsjahr bietet sie auch Betreuung für Berufspraktikant*innen an. Die Schule ist in der Nähe des Innenstadtkerns gelegen und kann mit dem Bus gut erreicht werden.

Die ISR besteht in freier, nicht konfessioneller Trägerschaft als Privatschule in Kooperation mit anderen internationalen Schulen. Die Schule ist durch das lettische Bildungsministerium akkreditiert. Zu großen Teilen finanzieren die Eltern die Schule sowie die Stadt Riga. Eine Liste mit Gebühren findet man auf der Homepage; für ein Kindergartenkind zahlt man ca. 10 300 Euro pro Jahr.
In 2019 besuchten ca. 300 Schüler*innen mit 40 Nationalitäten die Schule u.a. den Primary School Campus (Kindergarten / Vorschule und Grundschule). Es gibt einen weiteren Campus für die 6. bis 12. Klassen. Das Personal stammt aus über 30 Ländern und verfügt über zusätzliche Sprachkenntnisse neben der Arbeitssprache Englisch. Die Schule ist modern gestaltet und gut ausgestattet. Neben der Nutzung der offen und freundlich gestalteten Fachräume (Musik, Gestaltung, Bewegung, Bibliothek, PC-Raum, Kunstraum) finden regelmäßig Erkundungen und Ausflüge statt (Schwimmbad, Umgebung). Es finden regelmäßig Dokumentationen (Portfolio) und Elterngespräche statt; siehe dazu auch Parent Teacher Organization (PTO). Die Betreuungszeiten sind von morgens ca. 7.30 bis nachmittags 16.00 Uhr und die Schule bietet warmes Essen zu Mittag an. Die Einrichtung eignet sich besonders für das Kennenlernen von Konzepten des Fremd- und Zweitspracherwerbs sowie der Integration von Kindern unterschiedlicher Kulturen. Sprache und Literacy haben im Einrichtungsalltag besondere Bedeutung und Übergänge sind fließend gestaltet. Link zur Schul-Homepage.

 

Kindergarten (Early Years Programme)

Es gibt neben einer altersübergreifender Gruppe für Kinder von 2-4 Jahren eine altershomogene Kindergartengruppe für Kinder von 5-6 Jahren. Zurzeit (Stand 2019) besuchen 16 Kinder diese Kindergartengruppe. Darunter sind 10 Jungen und 6 Mädchen. Dies ist eine aktive und internationale Gruppe. Es gibt Kinder, die fließend Englisch sprechen, die Muttersprachler sind und auch einzelne, die neu an der Schule sind und kein Wort Englisch verstehen.

Der Kindergartenalltag an der internationalen Schule unterscheidet sich erheblich von staatlichen Einrichtungen. Den Kindergarten kann man sich wie eine Art Vorschule vorstellen, den die Kinder ein Jahr lang besuchen. Hier wird bereits Lesen und Schreiben gelernt, die Kinder werden außerdem in den Fächern Musik, Kunst, Sport, Mathematik und lettische Kultur unterrichtet. Es wird nach einem Lernprogramm (PYP) gearbeitet, welches an die Bedürfnisse der Kinder angepasst ist.

Dieses Programm stützt sich auf 6 transdisziplinäre Themen; jedes dieser Themen ist fächerübergreifend und die Kinder sollen damit inhaltlich realistisch auf ihr späteres Leben vorbereitet werden. Ein Beispiel: Eines dieser 6 Themen ist „Sharing the planet“. Dieses Thema wird dann ca. 2 Monate lang mit den Kindern bearbeitet. Die Kinder werden unter anderem aufgefordert, über ihre Beteiligung in der Welt nachzudenken und darüber, wie Ressourcen sinnvoll genutzt werden können. Im Kindergarten wird diese Unit (dieses Thema) Environment genannt und den Kindern beispielsweise durch Waldtage, gemeinsames Mülltrennen, Bücher lesen etc. vermittelt.

 

Grundschule

Für jede Klasse von 1-5, dort genannt „Grade“, gibt es zwei bis drei Lehrer, einer oder eine die quasi die/der Hauptlehrer*in ist und ein/e Lehrer*in, die/der eine assistierende Funktion hat. Diese/r Assistenzlehrer*in übernimmt dennoch alle Aufgaben, welche die Hauptverantwortliche Person auch übernimmt.

Das Konzept nach dem dort gearbeitet wird stammt aus Cardiff in Wales und heißt International Baccalaureate Primary Years Program, kurz IBPYP. Im IBPYP wird nach verschiedenen Lernprofilen unterrichtet; insgesamt gibt es zehn verschieden Lernprofile. Unterrichtet wird immer in Units, das heißt in verschiedenen thematischen Blöcken, die zwar für alle Klassen gleich sind, jedoch werden verschiedene Lerninhalte, die genau auf das Alter der Kinder zugeschnitten werden, unterrichtet. Des Weiteren gibt es keinen wie uns in Deutschland bekannten Frontalunterricht sondern es wird in so genannten „Rotations" analog zu unserer Stationsarbeit unterrichtet.

Die Kinder bekommen den kompletten Unterricht auf ihren Lernstand zugeschnitten, zumindest wird es in der Praxis versucht, dies so umzusetzen; ein Beispiel dafür sind die Arbeitshefte für Mathematik in der 2.Klasse. Einige Kinder arbeiten bereits mit mathematischen Themen aus der dritten Klasse, andere mit niedrigerem Niveau. Des Weiteren gibt es jeden Monat im Wechsel ein neues Lernprofil auf das besonders acht gegeben wird.

 

Die Deutsche Schule Riga liegt sehr zentral im Stadtzentrum von Riga. Sie wurde 2015 gegründet und beherbergt momentan (Stand 2022) 300 Kinder und Schüler*innen bis zur 6. Klasse aus 25 Ländern. Die jüngsten Kinder sind 15 Monate und es werden sowohl lettische als auch internationale Kinder, deren Eltern einen zeitlich beschränkten Aufenthalt in Riga verbringen, aufgenommen. Die Kommunikationsmittel- bzw. Unterrichtssprache ab dem Kindergarten ist Deutsch und es wird insgesamt viel Wert auf den Spracherwerb im frühen Kindesalter gelegt. Die Schüler*innen in der Grundschule lernen Deutsch, Englisch und eine dritte Sprache z.B. Russisch oder Lettisch. In der Mittelstufe (ab der 5.Klasse) kommt eine vierte Weltsprache hinzu z.B. Italienisch, Spanisch, Französisch oder Chinesisch. Alle Sprachen werden ausschließlich von muttersprachlichen Lehrkräften unterrichtet. Ab dem Kindergarten stehen den deutschen Lehrkräften deutschsprachige einheimische Assistenten zur Seite, welche auch Lettisch, Russisch oder zusätzlich Englisch verstehen.

Ziel des sukzessiven Aufbaus der Schule ist die Vergabe des deutschen Abiturs nach der Abiturverordnung des Landes Thüringen. Hierzu wird die Anerkennung als deutsche Auslandsschule angestrebt. Die Gymnasialeignung der Kinder wird bereits durch einen IQ-Test in der Vorschule überprüft. Damit wird deutlich, dass im pädagogischen Ansatz die kognitive Förderung und Entwicklung der Kinder im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit im Vordergrund steht, wenngleich unter ganzheitlichen Ideen auch Bewegung, Verkehrserziehung oder Musik Bausteine der Tagesstruktur sind. Die Nachmittagsbetreuung ab 15.30 bietet den Kindern kostenpflichtige zusätzliche Aktivitäten im Bereich Musik (Chor, Piano, Gitarre etc.), Sport (Fussball, Ballet, Karate etc.), Computer oder weiterer Sprachen. Die Schule verfügt über ausreichend Gruppenräume für jede Klasse und bereits im Kindergarten sind die Räume vorschulisch mit Arbeitstischen gestaltet. Eine in unmittelbarer Nähe gelegene städtische Turnhalle steht allen Gruppen zu festen Zeiten zur Verfügung und es werden themenbezogene Ausflüge in die Stadt, Parks und Umgebung gemacht. Studierende der KKS werden als Praktikantinnen bzw. Praktikanten hauptsächlich in folgenden Bereichen eingesetzt:

 

Krippengruppe

Diese Gruppe besteht aus maximal 12 Kindern im Alter von 15 Monaten bis drei Jahren. In dieser Gruppe arbeiten drei deutschsprachigen Erzieher*innen. Der Tag ist durchstrukturiert, beginnt bereits um 08.00 Uhr und besteht aus Morgenkreis, Projektunterricht, Förderung des Umweltverständnisses und der lebenspraktischen Kompetenzen (FULK),sowie Englisch und Sport (Motorik) vor dem Mittagessen mit anschließender Ruhepause. Am Nachmittag haben die Kinder Freispiel- und Lesezeit, bevor sie zwischen 16.30 Uhr und 18.00 Uhr von der Eltern abgeholt werden.

 

Kindergartengruppe (Regelgruppe)

Im Kindergarten werden Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren in altersübergreifenden Gruppen betreut bzw. unterrichtet, da bereits der Kindergarten als Teil des schulischen Bildungssystems gesehen wird. Der strukturierte Tagesablauf enthält zwanzigminütige Lerneinheiten in Abwechslung mit Spielphasen, er wird von zwei deutschsprachigen Erzieher*innen – bzw. Lehrkräften - für maximal 20 Kinder pro Gruppe gestaltet (siehe Wochenplan). Nach dem Mittagessen mit anschließender Ruhezeit besteht ab 15.30 Uhr die Möglichkeit, neben der Freispielzeit auch an außerunterrichtlichen Aktivitäten – sog. kostenpflichtigen Klubs – teilzunehmen.
 

Vorschulklasse

In der Vorschule werden Kinder im Alter von viereinhalb bis sechs Jahren durch einen Wechsel von Lern- und Spielphasen auf die Grundschule vorbereitet . Maximal 18 Kinder werden in einer Klasse von zwei deutschsprachigen Lehrkräften unterrichtet. Zwischen 08.30 Uhr und 15.30 Uhr findet der Unterricht nach Plan statt, ab 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr erhalten die Kinder Gelegenheit zum Freispiel oder zur Teilnahme an zusätzlichen – kostenpflichtigen – Angeboten der Schule in den Bereichen Sport, Spiel oder Sprachen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Schule.

 

Den Bericht von Sebastian Waffenschmidt und dessen Berufspraktikum in Lettland können Sie hier nachlesen.

Irland

 

Cork

Cork ist der Verwaltungssitz der gleichnamigen Grafschaft Cork in der Provinz Munster im Süden Irlands. Der Name Corcaigh bedeutet so viel wie Marschland. Die Stadt ist mit ca. 110.000 Einwohnern nach Dublin die zweitgrößte Stadt der Republik Irland.

 

Der Farmyard Kindergarten liegt südlich der Flusses Lee im Zentrum von Cork und ist eine kleine private Einrichtung im "Quaker Meeting House" am "Summerhill South" mit einem weiteren Standort im „Old School House“ am „Strawberry Hill". Es werden Kinder im Alter von 3-6 Jahren im Kindergarten und in einer Nachmittagsgruppe betreut; phasenweise beherbergt das Haus eine Gruppe von Kindern im Alter von 4-12 Jahren welche für ein Homeschooling-Programm hier ihren Treffpunkt haben. Die Einrichtung ist 5 Tage pro Woche von 9.00 bis ca. 17.30 Uhr geöffnet und die Pädagogik ist durch einen ganzheitlichen Ansatz gekennzeichnet. In Anlehnung an die Waldorfpädagogik wird besonders viel Wert auf sinnliche Naturerfahrungen und Naturmaterialien als Spielzeug gelegt. Der Kindergarten ist auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Schwierigkeiten offen. Die Gruppengröße übersteigt nicht 15 Kinder, um enge Beziehungs- und Betreuungsarbeit gewährleisten zu können.

 

Es wird nach dem Lehrplanrahmen „Aistear“ und nach dem nationalen Qualitätsrahmen „Siolta“ gearbeitet. Im Irischen bedeuten die Begriffe Siolta und Aistear zusammen „Samen“ und „Reise“. Die Entwicklungs- und Beobachtungspläne richten sich nach Aistear. Dieser Lehrplan legt den Fokus auf ganzheitliches und integriertes Lernen und ist zugleich verbunden mit Siolta. Dieser richtet den Schwerpunkt auf die frühkindliche Bildung (0 bis 6 Jahre).
Der Tagesablauf ist entsprechend den Bedürfnissen der Kinder strukturiert und beinhaltet eine Mittagsmahlzeit sowie pädagogische Angebote (Sport, Spiel, Morgenkreis, Zeit für Gesang und Geschichten, Außenaktivitäten). In der Nachmittagsgruppe erhalten Schulkinder Hausaufgabenbetreuung und –hilfen und sie können in ihrer Freizeit das Außengelände nutzen. Die Einrichtung unternimmt verschiedene Aktivitäten z.B. Laternenfest, Adventfest und bezieht Eltern aktiv über Elternabende ein.

 

Die Gruppen tragen einfach den Namen „Morgengruppe“ und „Nachmittagsgruppe“. Ab 9 Uhr werden die Kinder der Morgengruppe gebracht. Die Kinder haben bis 10:45 Uhr Freispiel auf dem Außengelände. Der Morgenkreis findet nicht immer statt, dafür aber der Abschlusskreis. Um 11 Uhr ist dann gemeinsames Frühstück und anschließend Freispiel im Gruppenraum.. Der Abschlusskreis findet um 12:15 Uhr statt. Ab 12:30 Uhr werden die Kinder abgeholt.
Die Kinder der anderen Gruppe werden ab 13:30 Uhr gebracht. Hier ist der Ablauf gleich: Bis 15:15 Uhr Freispiel auf dem Außengelände anschließend gemeinsamer Snack und Freispiel im Gruppenraum, der Abschlusskreis findet um 16:45Uhr statt. Abholzeit ist ab 17 Uhr. In der Nachmittagsgruppe befindet sich zurzeit ein zurückentwickeltes Kind (3 Jahre alt), ein Autist (3 Jahre alt) und ein Mädchen (4 Jahre alt) welches körperlich eingeschränkt ist. Die Zielgruppe ist 2i bis 4 Jahre alt, da die Kinder in Irland bereits mit fünf Jahren eingeschult werden.

 

Ein Schwerpunkt ist die Ernährung. Es wird großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder von Zuhause gesundes Essen mitbringen mit Obst und Gemüse und keinen Süßigkeiten! Ein weiterer Schwerpunkt ist die Natur und ihre Entwicklung besonders in den vier Jahreszeiten (Bestandteil der Waldorfpädagogik von Steiner). Die Kinder sind sehr viel draußen und auch das kleine Holzgebäude, indem sich der Gruppenraum befindet, ist umgeben von Obstbäumen und Nussbäumen. Viele Spielsachen sind aus natürlichen Materialien wie Holz. Gruppenspiele, Farben und Themen richten sich meist nach den vier Jahreszeiten.

 

Das Einrichtungsteam besteht aus verschiedenen Fachkräften unter Leitung von Carol Brogan, davon eine deutschsprachige Anleiterin (Julia Erhard), die beide unsere Kontaktpersonen sind. Die Einrichtung eignet sich besonders für Praktikant*innen mit Interesse an der Natur- und Erlebnispädagogik. Weitere Informationen können auf der Homepage eingesehen werden.

 

Farmyard Kindergarten Strawberryhill, Cork(Irland)

Der Farmyard Kindergarten am Strawberry Hill befindet sich nördlich des Flusses Lee. Sein Standort ist das alte Schulgebäude der Sunday´s Well Schule. Es liegt zwischen dem aktuellen Schulgebäude und dem Cork City Goal.
Den Kindern steht, neben den Räumlichkeiten, ein großer Hof und ein großer Garten mit vielen Spielmöglichkeiten für sinnliche Naturerfahrungen und die motorische Entwicklung zur Verfügung.

In ihren Alltag fließen viele Elemente der Waldorfpädagogik ein und geben Struktur. Aber auch die Haltung der ErzieherInnen lässt sich auf die Waldorfpädagogik zurückführen.

Der Tag startet bei Wind und Wetter im Garten. Je nach Wetter geht es danach entweder auf den Hof oder nach drinnen. Weitere Punkte im Tagesablauf sind Kreisspiele bzw. -lieder, die Snacktime und die Aufräumzeit. Die Geschichtenzeit beendet den Tag.

Es gibt jeweils eine Gruppe am Vormittag (09-12 Uhr) und eine am Nachmittag (13-16 Uhr). Zur jeder dieser ,,Sessions“ sind ein ,,Teacher“ und ein ,,Teacher-Assistent“ anwesend, sowie bei Bedarf eine Integrationskraft, die auf die Interessen und Bedürfnisse der maximal 20 Kinder eingeht.

 

Die Grundschule Sunday’s Well liegt nördlich des Flusses Lee im Zentrum der Stadt Cork. Die Schule wurde 1835 gegründet und im Jahr 1933 erstmals, im Jahr 1979 erneut renoviert; in 2010 wurde die Schule grunderneuert und auf den jetzigen baulichen Stand mit Turnhalle, hellen Klassenräumen und dazugehörigen Räumlichkeiten sowie einem Raum für Elterntreffen (parent’s room) gebracht. Das große Außengelände beherbergt auch einen Sinnesgarten. Die ca.180 Schüler sind im Alter von 4 bis 12 Jahren, kommen aus den umliegenden Stadtteilen (sozialer Brennpunkt) und werden von 16 Lehrkräften und 7 Special Needs Assistants betreut.
Die Schule ist katholisch ausgerichtet aber betont offen für alle Religionszugehörigkeiten, kulturelle Diversität und die individuelle Förderung der Kinder. Im Alltag spielt die katholische Religion eine große Rolle. Es gibt jeweils ein Gebet, das vor Beginn und Ende des Unterrichts gebetet wird.

 

Seit 2010 ist ein Teilbereich der Montessori-Vorschule gewidmet, denn nach dem Kindergarten kommen die Kinder zu den Junior Infants. Die Klasse danach heißt Senior Infants. Erst danach kommen die Kinder in die erste Klasse. Der Unterricht besteht aus dem Lernen des Alphabets, verbunden mit dem Schreiben und Lesen der ersten Worte. Es wird viel gebastelt, um die Feinmotorik zu fördern. Zwischen den Unterrichtshasen dürfen die Kinder an Ausmalbildern arbeiten. Rollenspiele werden gespielt (zum Beispiel: Arzt und Patient), und es wird die Irische Sprache gelehrt. In Mathematik werden derzeit neben einfachsten Rechenaufgaben verschiedene „patterns“ also Muster behandelt. Dabei werden auf dem Whiteboard Muster vorgegeben, die von den Jungs fortgesetzt werden.

 

Jedes Kind in der Klasse bekommt die gleichen Chancen im Unterricht mitzuarbeiten. Von den Vierjährigen wird verlangt, die gleichen Aufgaben zu erledigen wie von den Sechsjährigen. Auf die verschiedenen Entwicklungsstufen wird während des Unterrichts wenig Rücksicht genommen. Allerdings nehmen die Lehrkräfte wohlwollend an, dass nicht alle gleich gut schreiben und auch die Wörter nicht gleich gut beherrschen müssen, wenn sie im Literacy-Unterricht aus Büchern vorlesen oder die Arbeitsblätter hinterher nochmal durchlesen.

 

Die Schule ist als „Centre of Excellence“ ausgezeichnet, sie nimmt am Projekt der „Green Schools“ mit verschiedenen Aktionen (Litter Warden, Nation Spring Clean) teil und arbeitet nach dem in 1999 erstellten „Primary School Curriculum“. Die Schule verfolgt eine Healthy Lunch Policy (Breakfast Club) und es werden fortlaufend verschiedene Aktivitäten angeboten, insbesondere Sport, Flötenspiel, Drama, Irischer Tanz. Mit den Eltern wird partnerschaftlich zusammengearbeitet, sie erhalten zu Beginn eine ausführliche Broschüre mit wichtigen Schulinformationen und es findet regelmäßiger Austausch statt. Die Schule kümmert sich aufgrund des sozialen Brennpunktes auch um Schulverweigerer und arbeitet dazu im Rahmen des Le Cheile Programs eng mit der Gemeinde zusammen (Hausbesuche). Für Mathematik und Deutsch existieren außerdem Förderkurse. Die Sunday’s Well N.B.S. unterhält Kontakte zu Schulen in London wo gemeinsam einmal jährlich ein Sportfest veranstaltet wird. Die Schule verfügt über eine ausführliche und übersichtliche Homepage sundays well ,die über aktuelle Events, Projekte etc. informiert. Ab 2020 soll die Schule mit der direkt benachbarten Girl’s School zusammen ko-edukativ arbeiten, sodass die strenge Geschlechtertrennung aufgehoben ist.

 

St Anne's Day Nursery im Stadtzentrum von Cork ist eine kommunale Kindertagesstätte für 38 Kinder; sie wird über das Dpartment of Children and Youth Affairs der Stadt Cork undder Health Services Executive der südlichen Region finanziert, erhebt aber auch eigene Beiträge, welche als Non-Profit Gelder in die Ausstattung und Aktivitäten der Einrichtung einfließen. Die Einrichtung existiert seit 1954 und bietet Ganztagesbetreuung seit 1970 an. Die Kinder werden von 7 (Kern-)TeammitarbeiterInnen betreut und die Einrichtung kooperiert mit der St Maries of Isle Grundschule, welche sich auf dem gleichen Gelände befindet. In der Grundschule werden für die Nachmittagsbetreuung auch Räumlichkeiten genutzt. Die Einrichtung ist von 8.15 bis 17.30 geöffnet und bietet flexible Betreuungszeiten für Kinder ab 3 Monaten für 5 Stunden pro Tag, Teilzeit und vorschulische Aktivitäten für Kinder über drei Jahre sowie die Nachmittagsbetreuung. Die Einrichtung arbeitet nach dem National Childcare Investment Programme und bietet ein freiwilliges Vorschuljahr an (Government's Free Preschool Year). Die Einrichtung verfügt über verschiedene Räume zur Betreuung der Kinder u.a. Gruppenräume, Schlafraum, Büro, Aufsichtsraum, Flur und Gesprächsräume und einen kleinen Außenbereich. Es wird teiloffen gearbeitet und die Kinder erhalten Mahlzeiten. Die Einrichtung verfügt nicht über eine eigene Homepage, sondern ist unter St-Annes-Day-Nursery sowie unter Teenparents und dem Childcare Service der Stadt registriert.

Island

 

Reykjavik

International School of Iceland (ISI)

Die International School of Iceland liegt im Stadtteil Garðabær von Reykjavik direkt am Wasser und ist seit 2010 eine CSI-zertifizierte (Council of international school standards) Grund- und Mittelschule für 93 Schülerinnen und Schüler bis zum 10. Schuljahr; diese werden von 16 Lehrkräften unterrichtet und betreut. Die private, non-profit-orientierte Schule teilt sich ein großes Schulgebäude mit einer lokalen Grund- und Mittelschule; sie beherbergt in einem separaten Gebäude auch eine Vorschulgruppe für Kinder ab 5 Jahren. Die Schule ist modern, ansprechend und lichtdurchflutet eingerichtet.

 
Die bilinguale (isländisch-englische) Schule wurde 2004 eröffnet und aktuelle Daten und Projekte,, Schulprogramm, Curricula und Regularien sind ausführlich auf der Homepage dokumentiert. Die Schule betrachtet Respekt, Kreativität und den Aufbau von Selbstvertrauen als wesentliche Wertmaßstäbe, die auch in der alltäglichen Unterrichtspraxis, in der Gestaltung der Lernumgebungen und im täglichen Miteinander ihren Ausdruck finden sollen. Zur Umsetzung nutzt die Schule u.a. den Ansatz von „Positive Discipline Parenting and Classroom Management“. Die Schule hat ein „school board“, ein „school council“ sowie ein „student council“ und eine „Parent Teacher Association“, die jedes Schuljahr neu besetzt werden.
Es wird in den meisten Bereichen in offenen Klassenräumen durch Lehrkräfteteams und häufig in altersgemischten Gruppen unterrichtet. Im 2. und 8. Schuljahr werden Vergleichsarbeiten (MAP) geschrieben und im 4. und 7. Schuljahr werden die Schülerinnen und Schüler entsprechend dem isländischen nationalen Curriculum getestet. In der Grundschule wird nach dem Internationalen Grundschulcurriculum (siehe auch hier) unterrichtet. Es gibt ein „Learning Support Team“, welches sowohl für die Schülerschaft als auch die Lehrkräfte und die Eltern zur Verfügung steht. 70% der Schülerinnen und Schüler sind im bilingualen Programm angemeldet, welches über ein Schreib- und Literaturprogramm die Bilingualität der Schülerinnen und Schüler fördert. Auch der Mathematik-Unterricht findet in Anlehnung an die „AERO Common Core Plus standards“ und einem neuen Ansatz namens „STEAM“ statt. Im Sportunterricht wird besonders das Schwimmen gefördert. Schülerinnen und Schüler können außerdem Angebote in Kunst / Design, Holz, Textil, Sport, Musik und Theater nutzen und es gibt ritualisierte Angebote wie z.B. das Morgensingen oder den Tree Planting Day.

Der Kontakt zur Einrichtung kam über eine Email- Anfrage und einen anschließenden Besuch der internationalen Koordinatorin zustande. Die internationale Schule ist bereit, im Herbst 2018 eine/n PraktikantIn für 6 Wochen aufzunehmen.

 

Völvuborg und Fellaborg

Holt Krippe / Kindergarten / Vorschule

Der Kontakt zur Einrichtung kam über einen persönlichen Besuch der intern. Koordinatorin zustande; Kontaktperson ist Halldóra B. Gunnlaugsdóttir und die Einrichtung kann ab Herbst 2018 für Praktika genutzt werden

2010 wurden die Vorschuleinrichtungen Völvuborg und Fellaborg zusammengelegt und die Playschool Holt wird pro Jahr von ca. 90-100 Kindern im Alter von 12 Monaten bis 6 Jahren besucht. Die Einrichtung liegt in einem sozialen Brennpunkt, in dem auch mit der nahegelegenen Grundschule kooperiert wird.

 

Öffnungszeiten sind von 7.30 bis 17.00, die Betreuungszeiten variieren zwischen 4 bis 9,5 Stunden, die Einrichtung ist in zwei Gebäuden untergebracht (Krippe: Litla Holt für Kinder von 1-3 Jahren und Kindergarten: Stora Holt für Kinder von 3-6 Jahren). Die Kinder werden vormittags in mehreren altershomogenen Teilgruppen betreut; nachmittags findet die Betreuung meist in zusammengelegten Gruppen statt.

Die Kindern erhalten Frühstück, Lunch und Snacks und erleben im Alltag abwechselnd Phasen des Freispiels (drinnen und draußen) und kleinerer Unterrichtseinheiten entsprechend dem Islandic National Curriculum. Die Kinder werden von 30 MitarbeiterInnen betreut, davon haben 15 MitarbeiterInnen einen Migrationshintergrund; 6 MitarbeiterInnen sind ausgebildete Lehrkräfte der Früherziehung und 3 MitarbeiterInnen sind Grundschullehrkräfte.

Der Holt Kindergarten zeichnet sich durch ein hohes Maß (70 %) an multilingualen Familien aus und stellt für diese auch gesondert Informationen z.B. zum Thema Bilingualismus zur Verfügung. Auf die sprachliche Entwicklung wird folglich besonders Wert gelegt z.B. sprachliches Lernen mit K-Pals oder die Einbeziehung der Eltern über den „Travelling Teddy bear“.

In einem Flyer werden erzieherischen Grundsätze der Einrichtung dargestellt und z.B. auf die Bedeutung von Disziplin und Regeln, den Umgang mit Missbrauch und die Einhaltung der UN Kinderrechtskonvention verwiesen.

Der Kindergarten legt großen Wert auf Elternarbeit (parent partnerships, parent interviews, parent meetings, adaptation time, parent councils, parent association, evaluation) und sieht Eltern als Experten für die Bedürfnisse und das Wohlergehen ihres Kindes. In Kooperation mit den Eltern werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben auch bei Bedarf weitere Fachkräfte (Social Service Centres) hinzugezogen, um Kindern mit speziellem Förderbedarf gerecht zu werden (specialized services).

Die Einrichtung verfügt über eine eigene Homepage; hier stehen auch Informationen in verschiedenen Sprachen für Interessierte zur Verfügung. Außerdem findet man hier bereits ein isländisch-englisches Glossar für zentrale Begriffe im Vorschulwesen (Glossary of terms for prechools - Orðalisti fyrir leikskóla).

 

Kindergarten Borg

Der Kindergarten Borg entstand durch den Zusammenschluss der Kindergärten Arnarborg und Fálkabakki zum 1. Juli 2011. Der Kindergarten wird mit zwei Einrichtungen betrieben, die die alten Namen der Kindergärten tragen, Arnarborg mit der Adresse Maríubakki 1 und Fálkaborg mit der Adresse Fálkabakki 9. Es gibt drei Abteilungen bei jeder Einrichtung. Das Alter der Kinder liegt zwischen einem und sechs Jahren und es werden 110 Kinder betreut.

 

Das Spiel ist ein Lernpfad für Kinder, ihr Lebensausdruck und eine Quelle der Freude. Das Spiel ist daher der rote Faden in der gesamten Arbeit der Vorschule. In Borg wird großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder soziale Kompetenzen und Selbstermächtigung erwerben.

Die Mottos des Borgar Kindergartens sind:

RESPEKT – VERANTWORTUNG – SORGFALT

 

Der Borg Kindergarten arbeitet in Übereinstimmung mit dem Gesetz über Kindergärten und dem Nationalen Lehrplan für Kindergärten von 2011.

In Borg wird betont, dass das Spielen eine Lernform der Kinder ist und dass sie spielerisch lernen. Borg arbeitet nach der neuen Bildungspolitik der Stadt Reykjavík, „Lasst unsere Träume wahr werden und legt den Schwerpunkt auf die Arbeit mit sozialer Kompetenz und Selbstermächtigung. Wir ermutigen Eltern , sich mit der Bildungspolitik Website vertraut zu machen hier .“

Das Spiel ist ein einzigartiges Werkzeug zum Lernen. Das Spiel ist die Arbeit der Kinder; daher ist es für sie notwendig, Dinge und Ereignisse selbst zu erleben. Es ist ihr Ausdruck und gleichzeitig Vorbereitung auf das Erwachsenenalter. Die Kinder erwerben durch das Spiel Fähigkeiten in sozialen Beziehungen, können sich in die Fußstapfen anderer versetzen, üben selbstständiges Denken und Initiative, wodurch der Wortschatz und die Ausdrucksfähigkeit erhöht werden.

 

„Unser Grundsatz ist, dass die Kinder Freude und Befriedigung an der Vorschularbeit haben und es für sie ein Ansporn und eine Anregung ist, in Zukunft weiter zu studieren / zu arbeiten. Wir glauben, dass die Kinder durch die Stärkung der sozialen Fähigkeiten und der Schaffung einer guten sozialen Grundlage einen guten Start haben und dies ihnen ermöglicht, ihre Träume zu verwirklichen - wie der Name der Bildungspolitik der Stadt Reykjavík sagt.“ Die Einrichtung verfügt über eine eigene Homepage.

Hier finden Sie Erfahrungsberichte bisheriger Praktika.

Frankreich

 

Phalsbourg

Phalsbourg ist eine französische Gemeinde mit rund 4700 Einwohnern im Département Moselle (früher: Lothringen) in der Region Grand Est. Die kleine Stadt liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Straßburg und 65 Kilometer südlich von Saarbrücken am Fuß der Vogesen, die hier an der schmalsten Stelle von der Zaberner Steige überwunden werden. Die Umgebung ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und lädt zu Wanderungen in die Natur und zur Erkundung der umliegenden Städte Sarrebourg und Saverne ein. Auch Wochenendausflüge nach Metz, Nancy oder Straßburg sind sehr reizvoll.

 

Die Cité Scolaire Erckmann-Chatrian im Zentrum der Stadt ist aus einem 1803 in den Mauern eines Kapuzinerklosters gegründeten Collège hervorgegangen. Die „Schulstadt“ umfasst das Collège mit den Klassen 6 bis 9 (Mittelschule) und das Lycée, Klassen 10 bis 12 (gymnasiale Oberstufe). Dieses hat mit den sciences et technologies de la santé et du social (ST2S) einen berufsvorbereitenden Zweig im erzieherischen und pflegerischen Bereich. Insgesamt besuchen etwa 800 Kinder und Jugendliche die Schule. Ungefähr 150 Personen sind dort beruflich tätig.

In den letzten Jahren wurde umfangreich gebaut. So entstand eine moderne Schulkantine, in der es täglich ein frisch zubereitetes Mittagessen gibt. Das Internat hat zuletzt an Bedeutung verloren, Nur noch wenige Oberstufenschüler*innen sind hier untergebracht. Es gibt eine Kooperation mit der nahegelegenen Kinder- und Jugendpsychiatrie, so dass die jungen Patient*innen am regulären Schulleben teilnehmen können.

Studierende der Käthe-Kollwitz-Schule mit guten Französischkenntnissen dürfen als surveillant*es (pädagogische Mitarbeiter*innen) im Collège mitarbeiten und erhalten Einblicke ins Lycée und Internatsleben. Nur eine Stelle pro Jahr steht zur Verfügung. Weitere Informationen bietet die französischsprachige Schul-Website.

Tschechien

Prag

Prag ist ein touristischer Anziehungspunkt und mit seiner Geschichte, Kultur, dem Flair der Internationalität als Hauptstadt sowie den diversen Kneipen- und Abendattraktionen für junge Menschen besonders attraktiv. Allerdings bietet Prag mehr als nur die bekannten innerstädtischen Highlights, wie die Karlsbrücke, das jüdische Viertel oder den Hradčany, der zugleich einen wunderbaren Blick auf die Moldau-Metropole ermöglicht. In den diversen Stadtteilen wird es viel ruhiger und die Szenen sind vielfältig, auch das Umland hat mit Klöstern, Burgen, Schlössern und dem Riesengebirge seine Reize und lässt sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erkunden. Da werden 6 Wochen in Prag nicht reichen, aber ein erster Einstieg kann das Praktikum in einer der deutschsprachigen Einrichtungen bieten. Wer ökologisch reisen möchte (Green Erasmus) kann diese Praktikumsstellen mit dem Zug erreichen; Auszubildende mit wenig Fremdsprachkenntnissen können Internationalität als angehende erzieherische Fachkraft mit den Kindern erleben.

 

Kids Company

Die Kids Company liegt am östlichen Rand von Praha 1 im Bezirk Vinohrady, ca. 30 Minuten von der Innenstadt von Prag entfernt und bietet in einer alten Villa mit Garten 40 Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren, oft mit multikulturellem Hintergrund, in drei Gruppen täglich von 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr Betreuung, Erziehung und Bildung.

 

Die zum Teil mehrsprachigen Kinder werden pro Gruppe von je einer deutsch und einer tschechisch sprechenden Fachkraft nach der Immersionsmethode (eine Person - eine Sprache) betreut. Morgens wird in deutsch mit den Kindern der Vorschulgruppe gearbeitet, nachmittags erhalten die Kinder auch in tschechisch Förderunterricht. Die Kinder werden auf den Eintritt in tschechische, deutsche und internationale Schulen vorbereitet. Dafür wird zum Beispiel mit der Grundschule Kladská in Prag 2 zusammengearbeitet. Neben der sprachlichen Förderung legt der Kindergarten viel Wert auf Sinnesförderung, Kreativität und Bewegung (Tanzen, Kochen, Ausflüge, Turnhalle, Spaziergänge, Schwimmkurs etc.). Musikalische Früherziehung findet in allen Gruppen statt. Die Teamsprache ist deutsch und neben der Hauswirtschaftskraft wird das Fachteam durch Praktikant*innen und freiwillige Kräfte ergänzt.

Die Räumlichkeiten sind hell und offen und durch die hohen Räume der renovierten Villa gibt es eine wohnliche Atmosphäre; auch geschichtlich ist das Haus aufgrund der ursprünglich jüdischen Besitzer interessant.

 

Der Kindergarten wurde durch die Geschäftsführerin, Frau Mgr. Markéta Frank, in 2005 als Elterninitiative mit Hilfe der Bielefelder Stiftung von Laer gegründet und wird als staatlich anerkannter Kindergarten auch durch private Beiträge finanziert. Die pädagogische Leitung unterstützt die Umsetzung des Rahmenlehrplan aus Berlin mit Anpassungen an das eigene Konzept. Die Einrichtung hat bereits Erfahrung mit dem Erasmus-Projekt „Zum ersten Mal im Kindergarten: Eingewöhnung für U3-Kinder."

Weitere Informationen zur Einrichtung z.B. Tagesablauf, Gruppen, Team oder zur situationsorientierten Pädagogik finden Sie hier. In 2023 wird die Kids Company erstmal eine Praktikant*in der Käthe-Kollwitz-Schule aufnehmen.

 

Kindergarten der Deutschen Schule

Die deutsche Schule in Prag liegt im Stadtteil Praha 6 mit modernen Wohnhäusern, Metroanbindung (Nové Butovice) und in unmittelbarer Nähe zu dem Landschaftsschutzgebiet Vidoule. Der Kindergarten wird in den nächsten Jahren um- und ausgebaut sodass dann auch im Rahmen der Krippenbetreuung Kinder aufgenommen werden können. Perspektivisch wird es im Konzept eine stärkere Betonung der bilingualen Erziehung geben, da zunehmend Kinder aus internationalen Familien in der Einrichtung angemeldet werden.

 

Im Kindergarten der deutsche Schule Prag gibt es insgesamt drei Gruppen für ca. 64 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren; davon besteht eine reine Vorschulgruppe mit derzeit 22 Kindern, welche im Übergang schulisch vorbereitet werden, um nach dem Kieler Schulaufnahme-Verfahren den Sprung an die deutsche Grundschule zu schaffen.

 

Der Kindergarten ist unter der Woche von 7.30 bis 17.00 Uhr geöffnet und die Kinder werden von Fachkräften mit Zusatzausbildung betreut. Pro Gruppe sind drei Fachkräfte eingesetzt; außerdem wird das Team durch einen Sprachtherapeuten für die Deutschförderung unterstützt; auch werden im Rahmen von Projekten andere Fachkräfte z.B. Imker in die Arbeit eingebunden und findet regelmäßig musikalische Früherziehung statt. Der Kindergarten ist ein Bewegungskindergarten mit einem teil-offenen Konzept und dem Anspruch Partizipation und Demokratieförderung umzusetzen. Die Kinder wählen sich in tägliche Angebote entsprechend den Bildungsbereichen ein. Das Motto „Bildung mit Kopf, Herz und Hand“ gilt im pädagogischen Alltag als Leitsatz. „Wir sehen Eltern als Experten ihrer Kinder und deswegen ist uns eine offene gemeinsame Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern wichtig.“ (Quelle)

Die Räumlichkeiten sind hell und in jedem Gruppenraum gibt es eine Hochebene; ein Aktiv-, Kreativ- und Materialraum sowie eine Küche ergänzen die räumlichen Möglichkeiten. Außerdem gibt es ein naturpädagogisch gestaltetes Außengelände und können die Turnhalle und der Sportplatz der Grundschule mit genutzt werden. Es werden im Rahmen von Projekten z.B. Osterfest, Weihnachten und andere besondere Ereignisse gefeiert. Diese werden auf der Homepage der Schule dokumentiert.

 

Der Kindergarten der deutsche Grundschule wird nach einem Leitungswechsel momentan von einem Mitarbeiterinnen-Team geleitet; er wird erstmals in 2023 eine/n Praktikant*in von der Käthe-Kollwitz-Schule aufnehmen. Weitere Informationen z.B. zu den Gruppen, Tagesablauf, Team und Fotogalerie finden Sie hier.

Schweden

Eskilstuna

Die Industriestadt Eskilstuna liegt am Fluss Eskilstuna in der schwedischen Provinz Södermanlands und hat ca. 60.000 Einwohner.

 

Die Lagersberg-Schule ist eine kommunale Grundschule mit derzeit 361 Kindern (1.-6. Klasse) und liegt am südwestlichen Rand von Eskilstuna. Der Schule angeschlossen ist eine Vorschule mit derzeit 52 SchülerInnen. Viel der SchülerInnen haben eine interkulturellen Hintergrund, insbesondere kommen die Kinder aus arabischen Ländern, aber auch Somalia und Kurdistan. Für diese SchülerInnen gibt es s.g. internationale Klassen und auch zusätzlichen Sprachunterricht in schwedisch als Zweitsprache. Ein Schulschwerpunkt liegt im Bereich Sport und Gesundheit. Die Lehrkräfte arbeiten in den Klassen jeweils in Teams und der Unterricht erfolgt entsprechend dem nationalen Curriculum; dieses wird durch einen "local business plan" ergänzt. Es wird zielorientiert gearbeitet und es werden Evaluationen (Eltern, Schülerschaft) durchgeführt. Bewertungen erfolgen ab der 6. Klasse und entsprechend dem national vorgegebenen Bewertungssystem in 6 Stufen (A- F). Für SchülerInnen mit besonderem Förderbedarf werden Förderpläne erstellt und wird nach Bedarf mit anderen Fachkräften AP2014 2kooperiert (z.B. Neuropsychiatrisches Zentrum). SchülerInnen werden im Rahmen von "class councils" und "student councils" in die Gestaltung des Schullebens eingebunden; auch wird Wert auf Elternarbeit gelegt. Die Schule beherbergt ein "Recreation Centre" welches von 6.15 bis 18.00 Uhr geöffnet ist, Betreuung und Verpflegung (kostenloses Schulessen) gewährleistet sowie Freizeitangebote zur Verfügung stellt. Es wird nach einem holistischen Ansatz gearbeitet und Aktivitäten finden im Bereich der schulischen Förderung (Sozialtraining), der Bewegung, Musik, Kunst, Spaß und Spiel statt. Link zur Schul-Homepage.

 

Der Stenby Kindergarten für ca. 160 Kinder liegt am nord-westlichen Rand der Stadt Eskilstuna und ist gut mit dem Bus zu erreichen. Die Einrichtung ist von 6.15 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet und nimmt Kinder im Alter von 1-5 Jahren auf. Der Stadtteil ist multikulturell geprägt und die Einrichtung arbeitet bewusst interkulturell auf dem Hintergrund eines Reggio Emilia-Ansatzes, der sich bereits in der Architektur des neuen Gebäudes ausdrückt. Die Gestaltung der Räumlichkeiten ist an die traditionelle Reggio-Arbeitsweise angelehnt, so gibt es z.B. Themenräume zu Wasser und handwerklicher Gestaltung / Kreativität, wobei im Zentrum der Einrichtung die große Aula steht. Hier findet das morgendliche „Wake-up and Shake-up“ statt sowie die Drama- und Theaterarbeit. Neben der Dramaarbeit ist die Erlebnispädagogik ein zweiter zentraler Schwerpunkt der Einrichtung. Dafür steht der Einrichtung ein großes Außengelände direkt am Waldrand zur Verfügung und es werden täglich Aktivitäten draußen durchgeführt. Die Einrichtung verfügt über mehrere Gruppenräume welche jeweils Wasch- und Wickelräume (Krippenbereich) einschließen und eine tägliche Arbeit in alterspezifischen Kleingruppen ermöglicht. Es gibt einen Büroteil, ein offen gestalteten Eingangsbereich sowie ein großes Restaurant indem die Mahlzeiten eingenommen werden. Die Kinder werden in einem Betreuungsschlüssel von 7 zu 46 (preschool) und 4 zu 20 (nursery) umfänglich durch den Tag begleitet und erhalten neben Frühstück und Nachmittagssnack ein Mittagessen. Die Arbeit orientiert sich an der “United Nations Convention on the Rights of the Child”, an einem nationalen Vorschul-Curriculum und einem „Local Business Plan“. Auf Elternarbeit wird großen Wert gelegt und die Einrichtung nutzt hierzu verschiedene Instrumente z.B. Einbindung in tägliche Aktivitäten, Elternbeirat (parent council), Informationen über Facebook etc.Das 23-köpfige Team spricht neben Schwedisch 8 weitere Sprachen und zeichnet sich durch Zusatzqualifikationen in den Bereich Erlebnispädagogik und Dramaarbeit aus. Elviar Plummer ist unsere Ansprechpartnerin in diesem Bereich.Der interkulturelle Ansatz wird seit 2013 auch durch ein Comenius-Projekt zum Dramaansatz mit 4 europäischen Ländern untermauert. Weitere Information finden sich in ausführlicher Version auf der Homepage.

 

Die Hallbyskola liegt in Hällybrunn, einem Vorort von Eskilstuna (siehe oben), ca. 8 km nordwestlich vom Zentrum. Sie ist eine Grundschule mit 400 SchülerInnen, vom Vorschulalter bis Jahrgangsstufe 6. Die Schule ist in drei Vorschulen gegliedert, welche alle nach dem Konzept "Reggio Emmilia" und mit Portfolios (zur Entwicklungsdokumentation und Elternarbeit) arbeiten. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 6.30 bis 18.00 Uhr. Link zur Homepage.

 

Die Slottsskolan liegt zentral in der Stadt, im historischen Teil. Sie besteht aus einer Grundschule mit Vorschulklassen bis Jahrgangsstufe 9. In die Schule gehen zur Zeit 400 SchülerInnen, wenngleich sie Kapazität für 550 SchülerInnen hat - es ist also viel Platz. 371 SchülerInnen gehen in die Klassen 1 bis 9; 37 SchülerInnen in die Vorschulklassen und 114 SchülerInnen sind bei der Betreuung angemeldet. Die meisten Häuser rundum sind Mietshäuser, einige auch Eigenheime. 17% der SchülerInnen haben Migrationshintergrund. 40 % der Eltern haben Fachhochschul- oder Hochschulausbildung. Teil der schulischen Betreuungsarrangements sind: besondere Förderung behinderter Kinder, Hort, Bibliothek, Restaurant, Anti-Mobbinggruppen, Mathematikwerkstatt, Sozialarbeit, Krankenschwester, Pfarrer etc..Es besteht ein internationales Projekt mit Birmingham / England.In 2008 hat die Schule erstmals eine Praktikantin von uns betreut und die Kontakte konnten durch Email und VETPRO-Projekte gepflegt werden. Hier die Hompage.

 

Der Kindergarten Fogdegatans Förskola liegt im Stadtteil Lagersberg, ca. 3 km außerhalb des Stadtzentrums von Eskilstuna. Es besuchen ca. 76 Kinder in zwei Gruppen die Einrichtung. Diese werden von 7 Vorschullehrkräften, 7 ErzieherInnen und 3 zusätzlichen Kräften betreut. Es wird oft in Kleingruppen gearbeitet.

Lagersberg ist ein multikultureller Stadtteil und der Kindergarten legt deshalb besonderen Wert auf Sprachförderung. Mehrsprachigkeit wird im Alltag z.B. bei Liedern, Reimen, Spielen integrierend genutzt und es werden Projekte z.B. zu „Alfie“ oder „Billy Goat Gruff“ zur Sprachförderung durchgeführt. Auch wird die Bibliothek der benachbarten Lagersbergskolan mit genutzt. Das Personal hat multikulturellen Hintergrund und spricht z.B. arabisch, kurdisch, somalisch.
Ein weiterer Schwerpunkt der Einrichtung ist die Förderung mathematischer Grundkompetenzen, welche durch handwerkliche Aktivitäten in spielerischer und altersgerechter Form eingeübt werden. Hier orientiert sich der Kindergarten am nationalen Curriculum für die Vorschulen. In diesem Rahmen finden auch regelmäßig Elterngespräche statt und wird versucht, die Eltern partizipativ mit in den pädagogischen Alltag einzubinden; Kommunikation mit den Eltern erfolgt auch über Whiteboards und Dokumentationen. Das auf der Homepage beschriebene Curriculum des Kindergartens versteht die praktische Pädagogik als ein frühes Lernen von Demokratie, gesellschaftlicher Teilhabe und Übernahme von Verantwortung. Soziale Entwicklung und Wertevermittlung werden anhand von aktiver Teilnahme an allen relevanten Ereignissen gewährleistet.
Die Einrichtung verfügt über ein großes Außengelände und bietet den Kindern naturnahe Bewegungsräume und die Nutzung des nahe gelegenen Waldes sowie der Stadt. Die Schule ist mit dem Zertifikat „Green Flag“ ausgezeichnet, welches Aspekte von Energie / Klima, Gesundheit / Lebensstil und Stadt / Wald in der pädagogischen Umsetzung verbindet. Hier die Homepage.

Türkei

Kindergarten der Privatschule der dt. Botschaft Ankara / Zweigstelle Istanbul

Entsprechend der Homepage der Schule sind Kindergarten und Vorschule ein Teil der Privatschule der Deutschen Botschaftsschule Ankara – Zweigstelle Istanbul und ist eine von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen des Bundesverwaltungsamtes (BVA) anerkannte und geförderte Deutsche Auslandsschule. Die Botschaftsschule unterstützt als deutschsprachige Auslandsschule in Istanbul die Ziele der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und sieht sich als Bindeglied zwischen den Kulturen gemäß ihrer langjährigen Tradition. „Es ist unser Ziel, den Schülerinnen und Schülern, die nur vorübergehend unsere Schule besuchen, eine möglichst nahtlose Wiedereingliederung in das Schulsystem der Bundesländer bzw. auch der Schweiz oder Österreich zu ermöglichen.“ Und weiter: „Das Zusammenwirken aller Mitglieder der Schulgemeinde ist geprägt von Dialogbereitschaft, Toleranz und gegenseitiger Achtung.“ Diese Leitprinzipien entsprechen dem Schulmotto der Käthe-Kollwitz-Schule „Vielfalt ist unsere Stärke“ und lassen sich in vielerlei Hinsicht im pädagogischen Alltag realisieren. Durch vielfältige Themenwahl sind die Aktivitäten im Kindergarten und ist der Unterricht in der Vorschule interessant und offen für Kinder aller Nationen, deren kulturelle Unterschiede als Bereicherung zum deutschen kulturellen Erbe gesehen werden.

 

Der Kindergarten existiert seit 1882 und wurde 1965 an die Botschaftschule angegliedert. Anfangs wurden 60 Kinder verschiedener Nationalitäten betreut, heute werden 70 Kinder in der Vorschule und im Kindergarten betreut. Im Jahre 2002 wurden die Räume des Kindergartens über der Teutonia einer Komplettrenovierung unterzogen. Seitdem präsentiert sich der Kindergarten in hellen freundlichen und großzügig geschnittenen Räumen, wobei durch behutsame Renovierung der alten Bausubstanz das historische Flair bewahrt und durch moderne Architektur ergänzt wurde. Räumlichkeiten, Spiel- und Arbeitsmaterial sollen den neuesten Erkenntnissen frühkindlichen Lernens entsprechen. Ein angemieteter Garten im nahe gelegenen Gebäude der Union Han wird bei trockenem Wetter täglich zum Spielen an der frischen Luft aufgesucht und bietet den Kindern ausreichend Bewegungsmöglichkeiten.

 

Der Kindergarten nimmt Kinder zwischen 2 und 5 Jahren in die Kindergartengruppen und Vorschulgruppe auf. Die Kinder werden im Kindergarten der frühkindlichen Entwicklung und ihren individuellen Begabungen entsprechend gefördert. Schwerpunkte liegen vor allem auf der Förderung der Motorik, der Sprache, der Sozialkompetenz und der Kreativität die durch regelmäßige Projektarbeit mit gemeinsamem und ganzheitlichem Lernen unterstützt werden. Stärkung des kindlichen Selbstbewusstseins, Erkennen und Ausgleichen von Schwächen sowie Wahrnehmung und Förderung von Stärken sind Leitziele des Kindergartens. Ein strukturierter Tagesablauf gibt den nötigen Rahmen für den Spiel- und Lernalltag der Kinder, in dem auch Essens– und Ruhezeiten vorgesehen sind.Zu den Schwerpunkten der Vorschularbeit gehört die Vorbereitung der Kinder auf einen fließenden Übergang in die Grundschule; hier wird deshalb auf die Förderung von Konzentration, Ausdauer und Schulung der Grob- und Feinmotorik. Spezielle Sprachprogramme für Schulanfänger stärken die Grundlagen des Schriftsprachenerwerbs.
Auf der Homepage der deutschen Schule finden sich auch ausführliche Informationen zum Kindergarten.

Unsere europäischen Ausbildungspartner erhalten für die gute Zusammenarbeit eine Erasmus+ Plakette

Die Erasmus+ Ausbildungsplakette konnte im November 2022 unseren neuen Partnern in Sibiu, Rumänien überreicht werden. Der Waldkindergarten bietet unseren Studierenden Praktikumsplätze für 6 Wochen, aber auch für längere Praktika z.B. während des Berufspraktikums, denn der Kindergarten hat ein großes Interesse am Ausbau der begonnenen Zusammenarbeit. Der Kindergarten liegt in Sibiel etwas außerhalb von Herrmannstadt, hat 5 Gruppen, ein progressives, junges Pädagogen-Team und die Kinder werden täglich mit Bussen hin und her transportiert. Der Studierende aus Marburg (Alexander - rechts auf dem Bild) hat sich schon gut eingelebt und schreibt in seinem Bericht: „Der Kita-Alltag geht von 9.00 bis 16.15. Ich bin bei den ältesten Kindern, von denen alle deutsch verstehen können, aber einige reden mit mir nur rumänisch - das verunsichert mich etwas. Alle sind sehr nett. Ich finde echt cool, dass in meiner Gruppe immer ein Hund dabei ist.“ Auch Herr Köhler hatte während seines Job-Shadowings interessanten fachlichen Austausch mit der Kita-Leiterin Oona Marilena Suciu. 

 

Holger Köhler, Oona Marilena Suciu und Alexander Ruhl in Siebel, Rumänien

Die gute Zusammenarbeit mit unseren schwedischen Partnern konnte nun nach den Corona-bedingten Ausfällen wieder aufgenommen werden. In Herbst 2022 waren drei Studierende der Käthe-Kollwitz-Schule-Schule für ein 6-wöchiges Praktikum in schwedischen Grundschulen und die betreuende Lehrkraft, Frau Monika Krebühl, konnte im Rahmen ihrer Praxisbesuche die Erasmus+ Ausbildungsplaketten in Eskilstuna persönlich überreichen. Nicht nur die internationale Koordinatorin Madeleine Hansen sondern auch Joakim Karlson von der Lagerbergskolan und Elvira Plummer in der städtischen Grundschule Årbyskolan haben schon mehrfach Praktikant*innen von uns angeleitet und sich über die Auszeichnung gefreut. Im November werden in Marburg wieder schwedische Praktikant*innen aufgenommen und wir freuen uns auf die weitere Erasmus+ Kooperation in den nächsten Jahren.

Joakim Karlson von der Lagerbergskolan bekommt die Auslandsplakette der KKS überreicht

Frau Krebühl überreicht Frau Hansen die Auslandsplakette der KKS

 

Elvira Plummer in der städtischen Grundschule Årbyskolan erhällt die Auslandsplakette der KKS

Unseren lettischen Partnern an der internationalen Schule in Riga (ISR) wurde durch die Studierenden der Fachschule für Sozialwesen im November 2021 die Erasmus+Ausbildungspartner-Plakette überreicht. Auch hier wurde das Projekt von allen Seiten als ideale Lernchance für fachliche Aus- und Weiterbildung gelobt.

 

Überreichung der Erasmus+ Plakette in Lettland

 

Offensichtlich profitieren nicht nur die Studierenden von der gemeinsamen Arbeit mit den Kindern in den verschiedenen Gruppen und Klassen sondern auch die Mentor*innen und die Schulgemeinde als Ganzes. Die Bibliothek ist mit mehrsprachigen Büchern ausgestattet, das Personal trägt, wie auch die Kinder und Eltern, ihre nationalen Kulturen und Sprachen mit aller Selbstverständlichkeit in die Einrichtung hinein und diese multikulturelle Sichtweise ist auch in den Unterrichtseinheiten immer willkommen. Kunst, Musik, Bewegung sind in den Schul- und Kindergartenalltag integriert, Muttersprachen und Lettisch werden zusätzlich gefördert; das Curriculum wird häufig mit Hands-On-Tasks und allen Sinnen umgesetzt. Bei diesen Aktivitäten können unsere Studierende nicht nur beobachtend teilhaben sondern auch eigene Ideen einbringen, diese umsetzen und mit den Mentor*innen direkt reflektieren - das ermöglicht allen eine vertieftes Verständnis von altersspezifischer Pädagogik, Didaktik und Methodik; gemeinsame Planung öffnet den Blick für andere Perspektiven und Herangehensweisen. Corona-Vorschriften und Home-Schooling haben die Praxisphasen auch im Ausland geprägt, der Alltag läuft für alle noch eingeschränkt und dennoch hat es sich für die Studierenden sehr gelohnt. So wird für die nächsten Jahre die ISR für uns ein geschätzter Ausbildungspartner bleiben und unsere Studierenden den Fachkräften vor Ort Hilfe und Unterstützung bieten.

Text und Foto: A.Hüther

 

Nora Fett überreicht Herrn Denis George die Erasmus+ Plakette

 

Nora Fett, Studierende der Fachschule für Sozialwesen, überreicht Monsieur Denis George, Schulleiter der Cité Scolaire Erckmann-Chatrian in Phalsbourg (Frankreich) die Erasmus+-Plakette für das Engagement als Ausbildungspartner. Die Bildungspartnerschaft mit der Schule in dem hübschen lothringischen Städtchen, das am Fuße der Vogesen 50 Kilometer nordwestlich von Straßburg liegt, besteht schon seit einigen Jahren. Das Erckmann-Chatrian umfasst das Collège (Sekundarstufe II: 6.-9. Klasse) und das Lycée (Sekundarstufe II: 10.-12. Klasse). Nora, die ein sechswöchiges Pflichtpraktikum innerhalb ihrer Ausbildung zur Erzieherin absolviert, ist im Collège als surveillante (pädagogische Mitarbeiterin) tätig; sie unterstützt die Schüler*innen im Unterricht, in den Freistunden, bei Hausaufgaben und Projekten. Wir hoffen, das noch viele Studierende der Fachschule von diesem besonderen Ausbildungsangebot profitieren können. Neben der Vertiefung französischer Sprachkenntnisse ergeben sich neue Einblicke in ein anderes europäisches Bildungssystem, die den persönlichen und beruflichen Horizont erweiterten und zur transkulturellen Professionalität beitragen.

Fotos und Text: Jörg Rustmeier

Die Erasmus+ Plakette wird in Island überreicht

Auch hier wird die Erasmus+ Plakette in Island überreicht

Ab Oktober 2021 konnten nach der Corona-Krise die Studierenden der Fachschule für Sozialwesen wieder ihre Auslandspraktika in einigen europäischen Ländern für 6 Wochen antreten. Auf den beigefügten Bildern wird die Erasmus+ Ausbildung-Plakette in den isländischen Einrichtungen der Leikskolinn Borg und an der Internationalen Schule von den Studierenden Ramona Dornseiff und Franziska Fischer sowie dem betreuenden Lehrer Holger Köhler an die Einrichtungsleiterinnen übergeben. Die Praktika und Lehrkraftbesuche waren für alle wieder eine Plattform für die Kontaktpflege, den fachlichen Austausch und persönliche interkulturelle Fortbildung. Die Übergabe der Plakette ist immer ein sehr verbindender Moment, da allen nochmals sehr deutlich wird, wie besonders und bereichernd diese europäischen Partnerschaften sind. Folglich können in diesen Einrichtungen auch nächstes Jahr wieder Praktika absolviert werden.

 

Überreichen der Erasmus+ Partnerschafts-Plakette an die Mitarbeiter*innen des Pinocchio-Kindergartens in Sibiu, Rumänien

 

Auf dem Bild oben überreichen die beiden Praktikantinnen Corinna Hüttl (ganz links) und Dana Hielscher (ganz rechts) ihren beiden Praxisanleiterinnen und dem Einrichtungsleiter des Pinocchio-Kindergartens in Sibiu die Erasmus+ Partnerschafts-Plakette. Die Studierenden haben ihre sechs Wochen Praktika während des zweiten Ausbildungsjahres an der Fachschule für Sozialwesen in der rumänischen Einrichtung im Herbst 2019 erfolgreich absolviert und sich mit den Kindern und Erzieherinnen ihrer Gruppen gut angefreundet. Sie kamen mit vielen neuen Eindrücken - sowohl fachlich als auch kulturell - wieder zurück nach Marburg. Der Pinocchio-Kindergarten fördert insbesondere die deutsche Sprache und wird der Käthe-Kollwitz-Schule-Schule auch in den nächsten Jahren als sozialpädagogische Ausbildungsstätte zur Verfügung stehen.

 

Überreichung der Erasmus+ Plakette in Cork

 

Nelly Winckler kann auf ein interessantes und erfahrungsreiches Sechs-Wochen-Praktikum in der Sunday's Well Boys National School in Cork (Irland) zurückblicken. Seit vielen Jahren schon ist die „B.N.S.“ ein zuverlässiger Partner für Praktikant*innen der Fachschule für Sozialwesen an der Käthe-Kollwitz-Schule. Um auf diese Tatsache hinzuweisen und im Namen unserer Schule einmal „Thank You“ zu sagen, überreichte Nelly der neuen Schulleiterin (principal) der B.N.S. Martina Berry die Erasmus+-Plakette „Ausbildungspartner“. Die B.N.S. ist eine katholische Grundschule für Jungen vom Vorschulalter bis zur sechsten Klasse. Sie ist eine inklusive Schule, die die Fähigkeiten aller Kinder fördern will. Wir hoffen, dass die Studierenden künftiger Generationen der Käthe-Kollwitz-Schule hier ebenso erfolgreich wie Nelly ihr Praktikum absolvieren können. (jr)

 

Unsere Stärken

VielfaltIstUnsereStaerkeWortwolke